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Der 1. CD Spieler nach Grundigs High-End Comeback-Versuch

Grundig war zu der Zeit bereits eine 100%ige Philips Tochter (wie auch Marantz) und "durfte" mit dem Segen von ganz oben in den "Philips Komponenten-Baukasten"greifen. Und Philips hatte (bezüglich der CD) auch 1987 immer noch einen Knowhow Vorsprung vor vielen anderen Herstellern (auf der ganzen Welt), die auch mit aller Gewalt einen super guten CD Spieler als Fagschiff aus dem Boden stampfen mußten.

Es war zum Beispiel für Grundig mit all den 1987er Konjunkturproblemen gar nicht mehr machbar, unbedingt ein eigenes Spitzen- CD-Laufwerk in akzeptabler Zeit und vor allem zu akzeptablen Kosten zu entwickeln. Andere Firmen wie DUAL zum Beispiel sind daran gescheitert und haben japanische OEM CD-Laufwerke samt der Wandler eingekauft. Damit waren sie aber auch direkt vergleichbar, von der Wiedergabe und vom Preis.
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Der CD-9000 CD-Spieler mußte einfach gut werden

Der wieder ins Boot geholte Dr. Schwäbe hatte natürlich den Maßstab bzw. den Anspruch sehr weit oben angesetzt, um mit den neuen nicht nur optisch edlen "Fine Arts"- Komponenten überhaupt irgend einen Kunden hinter dem Ofen hervor zu locken.

Der CD-9000 als Musik-Quelle bekam also hervorragende Eigenschaften in die Wiege gelegt. Doch auch ein CD-Spieler wird mal alt und so kommt es nach 30 Jahren, daß die massive CD-Schublade wie ein russischer T34 raus und rein poltert und das auch noch relativ schnell.

Die innere Konzeption sowie das Design stammt aber komplett von den Grundig Ingenieuren, die sich ganz sicher gefreut hatten, wieder mal voll zuschlagen zu dürfen, so, wie damals 1979/1980.

2 kleine teure ALPS Stereo-Potentiometer

Was leider im Verstärker A-903 nicht geklappt hatte, ist hier realisiert worden. Ich könnte jetzt lästern, daß bei den fast "unwichtigsten" Stellen edelste ALPS Stereo-Potis eingebaut wurden, beim Kopfhörer-Regler und beim Line-Out Regler, den die meisten Hifi-Fans aber gar nicht nutzen. Bei den meißten Anlagen geht das CD-Ausgangs-Signal direkt in die CD Eigangangsbuchsen des jeweiligen Verstärkers und wird auch nicht mehr abgeschwächt. Aber so ist das nun mal. Dr. Schwäbe dachte natürlich an die ganzen alten deutschen DIN-Buchsen- Geräte nach deutscher 0,4 Volt Vorgabe, für die der quasi normierte 1,5 Volt Weltstandard (am Ausgang ) einfach zu viel Input- Power für den Vorverstärker ist.
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Der kleine metallic blaue Elko
hier sind schon die neuen

Nach 30 Jahren - eine Sollbruchstelle ?

Völlig im Gegensatz zu den von mir so oft bemängelten dicken Netzteilkondensatoren direkt an oder neben den innenliegenden Kühlkörpern der dicken Endstufen ist es hier anders und dennoch schlecht. Ein Kondensator macht inzwischen das Leben schwer. Das kleine blaue Ding da altert und das Display bleibt dunkel.

Mist, aber heilbar. Leider ist die Demontage der Anzeigeplatine im CD-9000 nicht trivial. Man braucht einen extrem langen und dünnen Kreuzschraubendreher und viel Geduld und natürlich einen neuen !! 2,2µF / 40 Volt Kondensator.

Und man braucht einen Lötkolben und das Händchen dazu, solch ein Teil raus und wieder rein zu bekommen.
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Weitere Besonderheiten

Wenn man so wie hier alle 4 initialen Fine Arts Komponenten auf dem Labortisch stehen hat, fällt auf, daß einige Geräte das (dünne) Netzkabel direkt am Gerät angeschlossen haben, der CD-9000 Player aber eine Rasierer- Kaltgerätebuchse samt separatem Netzkabel bekommen hat.
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Der CD 9000 hat 4 Ausgänge

Nur wenige hatten das, einen festen niederpegligen analogen Stereo-Ausgang, einen regelbaren niederpegligen Stereo-Ausgang und einen Coax- Digitalausgang.

Dazu kam auf der Frontseite ein hochwertiger Kopfhörerausgang mit richtig Power auf den Ohren, jedoch zuviel Leistung oder Lautstärke.

Doch dazu weiter unten der Kommentar.

Der billige Trafo im CD-9000

Weiterhin ist unerklärlich, daß im (analogen) Cassettengerät CCT-903 ein teurer Schnittbandkerntrafo eingesetzt wird und hier im deutlich kritischeren CD-Spieler ein einfacher M-Kern Trafo. In einem CD-Spieler habe ich im Digitalteil je nach Funktion deutliche Stromstöße, die das Netzteil auffangen muß. Und heftige Stromstöße haben ein erhöhtes magnetisches Streufeld als Folge. Das müßte nicht sein.
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Zweite Schwachstelle - der Kopfhörerausgang - viel zu laut

Mein Referenz Kopfhörer ist der Beyer DTC 931 und der hat etwa 200 Ohm Innenwiderstand. Mit diesem Kopfhörer geht der CD-9000 Ausgang extrem laut. Nur ca. 1mm Rechtsdrehung am Regler und es "powert" volle Pulle los. Mit etwas Glück kann man die Lautstärke auf ein akzeptables Volumen reduzieren. Es ist eine irre Fummelei. Da muß also in jeden Kanal noch ein Widerstand rein.

Es gilt also, den meist fehlerhaften Kondensator und die beiden Widerstände bzw. den Verstärkungsfaktor des OP-Amp (im Rückkopplungszweig) zu modifizieren.
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Wenn das alles repariert/geändert ist, klingt er wirklich gut.

Sicher, Klang ist individuell und subjektiv. Im Vergleich zu anderen teilweise deutlich teueren CD-Spielern ist der klangliche Unterschied mit divesen Test-CDs absolut minimal - sehr erfreulich.
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