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Der Fine-Arts Verstärker A-903 von 1987

Der A-903 ist der kleine von den FINE ARTS Vollverstärkern und er konnte mit seiner Optik endlich mal wieder begeistern. Die Grundig Werke (also jetzt Philips) hatten ja bereits 2 Jahre nach der edlen 1980er Serie wieder dem Hang zu den Plastik-Gurken nicht widerstehen können, die aber draußen am Markt - wie ganz früher schon einmal - keinen Anklang mehr fanden.

Im Feb. 2017 haben wir einen ersten A-903 bekommen, zum Reparieren natürlich. Der Lautstärkeregler - der wichtigste Regler am ganzen Verstärker - kratzt bestialisch und setzt aus und das ist nicht mehr hinnehmbar. Da kann der Rest noch so toll sein, wenn dieser Regler defekt ist, ist der Verstärker unbrauchbar.
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Belüftung ist wichtig, fängt aber den Staub

Bei den innenliegenden Kühlkörpern müssen im Deckel und im Boden möglichst große Schlitze eingeplant werden, damit das Innenleben nicht sofort "glüht". Bei anderen Verstärkern hatte Grundig das besser hinbekommen. Denn die Nebenwirkungen sind beträchtlich. In den 30 Jahren sammelt sich im Gehäuse jede Menge an Staub an, die die Zirkulation dann so langsam ausbremst. Und wer pflegt seinen Verstärker schon mit der Druckluftpistole ?

Also das Dicke Ende kommt nach.

Gute Idee - 4fach Poti
doch es war zu billig

Das Lautstärke-Potentiometer - zu billig?

Max Grundig hatte das Unternehmen (also die zweite Hälfte von 50%) im April 1984 endgültig an Philips verkauft und die Holländer hatten nun das Sagen. Und sie mußten auf jeden Fall raus aus den roten Zahlen. So wurden auch die Hifi-Flagschiffe im kostengünstigen Portugal hergestellt. Doch entwickelt wurden die nach wie vor im Stammwerk in Fürth.

Dort wurden (vermutlich) auch die Komponenten ausgewählt und beschafft und hier bei den Potentiometern waren die Japaner von ALPS extrem günstig. Dort konnte gespart werden - aber mit Folgen.

Schaun Sie mal genau hin, die Potis sind alle 4 nach zwei Seiten offen, also völlig offen. Es ist zwar eine tolle Konzeption, die Lautstärke mit 4 Potis (2 x Stereo) gehörrichtig zu regeln, doch das ist die Sollbruchstelle, die uns heute das Leben schwer macht.
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Der A903 ist nicht so servicefreundlich, wie angekündigt

Man muß es erahnen, wie man "das Teil" so zerlegt, daß man es wieder zusammen bekommt. Insbesonders dieser Lautstärkeregler hat ja die Staub- und Kratz- Probleme und die ganze komplexe Regler-Platine mitsamt des 4-fach Reglers heraus zu bekommen, das war schon ein Stück Arbeit. Es soll ja irgendwann wieder mal funktionieren. Auch wenn es einen Herrn Dr. Schwäbe vielleicht ärgert, da haben sich die Konstrukteure nicht mit Ruhm bekleckert. Die Verdrahtung ist zwar in Klemmbuchsen drinnen, aber nur auf einer Seite, toll. Doch wenn die Kabellänge des auf der anderen Seite des Flachbandkabels fest eingelöteten Endes so knapp bemessen ist, daß man zahnärztliche Geschicklichkeit benötigt, um das wieder zusammen zu stecken, ist etwas schief gelaufen.
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Das Konzept eines Doppel-Stereo Potentiometers

Links : Stereo-Poti Teil 1
Rechts : Stereo-Poti Teil 2

Normalerweise wird bei einem Vollverstärker nach der Klangregelstufe und den beiden Höhen- und Tiefen- Filtern die Lautstärke per Stereo-Potentiometer geregelt. Damit ist das Poti direkt vor der Endstufe plaziert (rechtes Bild) und alles vorherige an Pegeln wird erst mal volle Pulle hochverstärkt, um dann auf den gewünschten (deutlich niedrigeren) Wert abgesenkt zu werden. Das hat Vorteile, weil es billig ist und Nachteile beim Rauschverhalten der Verstärkerstufen.
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vor über 20 Jahren 1974

Eine trickreiche Schaltungs-Variante ist, direkt nach den hochpegeligen Eingängen (und damit auch nach dem Phono-Vorverstärker - siehe Bild oben links) den gewünschten Pegel bereits vorab zu regeln und damit der Klangregelstufe nur den Pegel zuzuführen, der gewünscht wird. Vor der eigentlichen Endstufe wird dann der Eingang des Impedanzwandlers nochmals geregelt (Bild oben rechts). Das ist zwar etwas kompliziert zu verstehen, aber es funktioniert super. Und so finden wir auf der gleichen Drehachse 2 Stereo-Potis = 4 Einzel-Potis. Rechts ein Uraltpoti aus einem Quadro Vorverstärker.
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Für den Austausch müsste solch ein 4fach Potentiometer mit 4 x 50 kOhm log und Mittenanzapfung (Loudness) her. Natürlich sollte das Montagemaß und die Steckachse für den großen Lautstärke-Knopf auch passen, alles zusammen fast eine Unmöglichkeit.

Vorläufig hat das "gewaltsame" Ausblasen der vier Potis mit 8 Atmosphären Druck bewirkt, daß die Potis nicht mehr kratzen. Es funktioniert zur Zeit.
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Ein weiterer Detailblick auf die Schleifer der Potis

Es sind zwei gekoppelte 50 Kiloohm "Stereo"-Potentiometer, also 4 einzelne Potis hintereinander, die an ganz verschiedenen Stellen in der Schaltung der Vor- und Endstufe plaziert sind, aber dennoch beide mit einer Achse betätigt werden. Diese kombinierte Mechanik läßt sich zwar auslöten, aber nicht auftrennen und somit nicht reparieren.
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Das eine Stereopoti ist direkt nach dem Eingangsverstärker vor den Klangreglern plaziert (R301 und R303), und das andere Stereopoti (R311 und R312) sei ein Impedanzwandler nach der Klangregelstufe direkt vor der eigentlichen Endstufe.

Da vermutlich alle 4 Potis staubgeschädigt sind, staub mit anorganischen Sedementen ätzt auch Kohlebahnen weg, müsste es genau das gleiche sein und vor allem, es müssten alle Öffnungen vor der erneuten Montage abgeklebt werden.

ALPS Potis sind schon in den oberen Qualitätsklassen angesiedelt und jeder Schleifer auf den 4 Kohlebahnen hat 4 Kontaktfedern. Trotzdem krachte der Regler wie verrückt.
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Die Endstufen sind hochintegrierte SANYO Hybrid-Module

100 Watt Hybrid Modul
Seriengerät mit Schaltdrähten
Mustergrät mit Zugbändern

Eigentlich hatte die damalige Grundig Muttergeselschaft Philips auch mal solche hochwertigen Hybrid-Module angeboten. Doch jetzt gab es nur noch SANYO, die diesen Makrt beherrschten. Dieses SANYO Modul hat bereits eine Menge Tricks eingebaut und braucht laut Prospekt nur wenige externe Bauelemente. Doch die Grundig Entwickler waren damit nicht zufrieden und bauten einen Überlastungsschuttz mit ein.

Die Entwickler haben so eine ganz gesunde Endstufen-Konzeption hinbekommen, bei der die beiden dicken Kondensatoren weit weg von dem Kühlkörper standen. Warum dennoch im Ausgansgkreis zu den Boxen ein 0,22 Ohm Widerstand sein muß, ist unerklärlich. Das mindert die Qualität (den Dämpfungsfaktor) im Bass. Auch der Netz-Trafo ist gewaltig und liefert ± 57 Volt an die Hybridmudule und so sind die 2 x 100 Watt durchaus realistisch.

Nicht so gesund ist der gewaltige Verkabelungs-Aufwand, nämlich die ganzen Eingänge an der Rückwand mit Drähten zu den Schaltern bis ganz nach vorne zu verbinden. Soetwas muß(te) ja alles von Hand teuer zusammengebaut / gesteckt werden. Das haben andere Hersteller wie YAMAHA mit einer durchgehenden Platine besser hinbekommen.

(Anmerkung : Ich habe Bilder von den ersten Muster- bzw. Foto-Exemplaren gesehen, die das mit blauen Zugbändern zu den Schaltern ganz hintenan der Rückwand wie beim SV2000 gemacht hatten. Warum das geändert wurde, ist nicht schlüssig.)

Der Phonovorverstärker ist dafür aber ganz hinten direkt an den Buchsen untergebracht und ein paar andere Verstärker-Stufen auch.
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Die edlen Seiten des Verstärkers

Die Innenverkabelung der Endstufe ist teilweise mustergültig. Die dicken Kabel von den Ausgangstransistoren zu den Lautsprecherklemmen sehen mindestens mal gut aus.
(Leider hat es für 2 Relais nicht mehr gereicht. Die beiden LS -Paare werden mit Drucktasten vorne an der Frontplatte aus- und ein- geschaltet.)

Sorry, das war ein Irrtum, es gehen ja nur 4 dicke Drähte von der Hauptplatine nach hinten an die Lautsprecher-Buchsenplatte. Wie sollen da 2 LS-Paare geschaltet werden - wenn nicht durch 2 Relais.

Fotos kommen noch.
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Die Schattenseiten der Fine Arts Serie

Die ALU-Frontplatte macht vordergründig einen soliden Eindruck, auch wenn die Beschriftungen nur Siebdruck Technik sind. Hinter dem kräftig ausgestanzten ALU Profil befinden sich Kunststoff-Spritzteile, an denen die Schalter, Potis und Platinen befestigt sind und die sind mit dem Bodenblech der Blechwanne ganz leicht verschraubt. Die drei Kunststoffteile rasten mit kleinen Zungen in dem ALU Profil unten und oben ein und der Techniker freut sich, daß man nur die Zungen leicht anhebeln müsste, um das Alu-Profil gan leicht abnehmen zu könenn.

Doch weit gefehlt, das klebt und klebt und will einfach nicht "loslassen". Auf die dämliche Idee, daß da "einer" in der Produktion oder Endkontrolle mit Doppelklebeband nachgebessert hatte, weil die Zungen oder Rasten anscheinend eine Fehlkonstruktion waren, kommt man erstmalig nicht. Und Doppelklebeband härtet auch aus und das klebt "wie Teufel".

Jedenfalls bedurfte es einiger Anstrengung, das ALU Profil nicht zu zerstören und diese Kunststoffteile unversehrt ans Licht zu bringen.

Dabei zeigte sich auch, daß die recht schmalbrüstige Blechwanne ein schwabbeliges Konstrukt ist, das auch mit der Frontblende und allen Schrauben nur bescheidene Stabilität mitbringt. Erst der Deckel stabilisiert das ganze Gehäuse.
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Nachtrag vom April 2017

Er ist wieder zusammengebaut und läuft zur Probe. Die Potis kratzen nur noch ganz ganz wenig. Die Demontage und Montage war extrem mühsam und zeitaufwendig. Angeschlossen sind jetzt als Quelle ein ASUS Netzwerk Player, der die Waves und MP3s vom Server holt und 2 BRAUN L710.

Es fällt somit auf, daß ab einer bestimmten Konzertlautstärke (vermutlich abhängig von der Stellung des Lautstärkereglers) die Endstufen einfach abschalten. Das bedeutet, für größere Räume ist der A903 trotz seiner 100 Watt Sinus pro Kanal nur mit bestimmten Boxen geeignet. Die BRAUN L710 haben mit ihren 4 Ohm vermutlich eine grenzwertige Impedanz, die die Schutzschaltung der Hybridmodule zum Ansprechen bringt. Bei anderen Musiken mit deutlich höherem Signal-Eingangs-Pegel - von der Quelle her - kommt das nicht vor. Also damit geht es "gut" laut und echte Konzertlautstärke..

Die Abdeckplatte vor den Klang- und Balance-Reglern, die mit ihrer Mittenraste vorzüglich funktionieren, habe ich auch nicht mehr eingebaut. Es ist zu mühsam.

Die Klangqualität ist wirklich edel. Mit der DGG CD "Die neue Klangdimension - aus 1993" kommt Freude auf.
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Es stellt sich die Frage nach dem Vierfach Poti -
braucht man eines oder nicht ????

Wo bekommt man ein Vierfach-Poti her, welches 4 x 50Kilo- Ohm "Log" Daten aufweist und das irgendwie dort einbaubar ist.

Eine 9mm Verschraubung wäre absolut hilfeich und eine 6mm Achse von etwa 25 bis 30mm Länge - und hälftig abgeflacht - wäre die Krönung.
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Nachtrag

Völlig irre : 4 x 200 Kilo-Ohm log für 2,5 Euro, die Achse war aber zu dick

Bei dem BOSE 4401 Vorverstärker hatte ich Glück, da gab es etwas aus dem Car-Stereo Bereich.
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Habe hier folgendes gefunden

www.potentiometers.com
www.potentiometers.com/alps_rotary.cfm
www.potentiometers.com/select_ProAudio.cfm
electronics.dantimax.dk

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  1. ALPS 4x100KA LOG Stereo Motorized Potentiometer
    Shaft diameter: 6mm Round shaft - Shaft length: 25mm
  2. ALPS RK27 100K Potentiometer Log Stereo
  3. ALPS Volume control 27 type Dual potentiometer 50k RK27
  4. ALPS RK27112MC Potentiometer mit Motor Poti 50K logarithmisch aus Pforzheim, Germany - 50K log ist 50KAx2 - kostet 22,50 Euro
  5. ALPS 736t Motor Driven Quad Audio Potentiometer 50KAX4
  6. ALPS Quad (4-fach) Motor-Potentiometer RK 27114 MC 50k log.
  7. ALPS RK27 4-gang quad motorized Potentiometer 50K ohm log
  8. ALPS Dreh-Potentiometer staubdicht Stereo 0.05 W 50 kΩ RK27112
  9. Piher Dreh-Potentiometer Stereo 0.1 W 220 kΩ ??? auch 50kOhm ??

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NEW! Bourns QUAD 50K-RA reverse log potentiometer, series 51
Valab 23 Step Attenuator Potentiometer 50K Log Stereo

das ist ein Mono Poti, aber der Schaft ist gut - 6mm Achse, 9mm Gewinde
9mm TOCOS A50K 50K Audio Taper Potentiometer With Switch D Shaft
12mm Alpha C50K 50K Reverse Audio Taper Potentiometer 4-Gang 20mm Shaft
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