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In der stereoplay 11/1987 waren 8 "hochglanz- lackierte" FINE ARTS Werbe-Seiten enthalten

Grundig mußte "kurbeln", um die Fine Arts Geräta als Spitzen- produkte im Hifi-Markt wieder bekannnt zu machen. Der wieder ins Boot geholte Dr. Schwäbe sorgte für die Produktspezifikationen und das Produkt-Marketing saugte sich die Sprüche (siehe unten) aus den Fingern.
Bei den Sprüchen hatten wir damals bereits gelächelt und lächeln auch heute noch. Wenn Sie die verbalen Konstruktionen aber vergleichen mit den Anpreisungen eines 10.000 Euro Verstärkers oder eines 13.000 Euro Plattenspielers, klingt das hier alles noch recht harmlos. Daß die allermeisten Leser mit den super toll klingenden Fachbegriffen nichts anfangen konnten, spielte dabei auch keine Rolle.

Es war also eine recht gut gemachte Werbebeilage :

Hin und wieder war es für die Hersteller billiger, in einer Hifi-Zeitschrift ihr gesamtes Produktspektrum abzubilden, als hunderttausende von (ebenfalls) Hochglanz-Prospekten an den Hifi-Handel zu verteilen. Das machten die Japaner sehr sehr oft und jetzt machte es auch Grundig mal so.

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Der High Definition Integrated Cross Mode Amplifier Fine Arts A-9000.

Der Fine Arts Amplifier A-9000 ist ein klassisch konzipierter, leistungsstarker integrierter Verstärker mit 2x120 Watt Nenn-Ausgangsleistung, extrem hohen Geräuschspannungsabständen und harmonischen Verzerrungen an der Grenze des heute Meßbaren. Der verwendete Schnittbandkern-Transformator sorgt für ein geringes magnetisches Streufeld und hohe Leistungsreserven. Neben seinen Anschlußmöglichkeiten für die weiteren Komponenten der Fine Arts Serie stehen zwei TB-Anschlüsse (einer für DAT-Recorder ausgelegt) mit gegenseitiger Überspielmöglichkeit zur Verfügung. Außerdem ist während der Aufnahme das Hören einer anderen Signalquelle möglich (Cross Mode).

Alle Cinch-Anschlußbuchsen sind selbstverständlich vergoldet.
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Der High Definition Compact-Disc Player Fine Arts CD-9000.

Der CD 9000 ist das obere Gerät

Der Fine Arts CD-Player CD-9000 erfüllt alle Qualitätsansprüche, die heute an die moderne Laser- und Digitaltechnik gestellt werden. Mit seiner 16-Bit-Auflösung und dem 4fach-Oversampling läßt sich auch das letzte Informationsbit exakt definieren. Auf 20 Speicherplätzen lassen sich Titel und Indizes programmieren. Dabei erlaubt die sogenannte Negativ-Programmierung, nicht gewünschte Titel von der Wiedergabe auszunehmen. Zur einfachen Bedienung gehört ebenfalls die Scan-Automatic, mit der jeder Track vor einer möglichen Programmierung 10 Sec. lang angespielt werden kann. Eine Infrarot-Fernbedienung ist dem Gerät beigepackt.

Von zwei vorhandenen Line-Ausgängen ist der eine regelbar, der andere für Festpegel eingerichtet. Ein Digital-Subcode-Ausgang gehört ebenso zur Ausstattung wie ein regelbarer Kopfhörerausgang.

Die Cinch-Anschlußbuchsen für die NF-Ausgänge sind selbstverständlich vergoldet.
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Der Twin Reverse Cassette Tape Recorder Fine Arts CCT-903.

Der CCT 903 ist das untere Gerät

Das Fine Arts Doppelcassettendeck CCT-903 basiert auf zwei hochwertigen Reverse-Laufwerken mit Rotating-Head-Technik. Die extrem harten, hyperbolisch geschliffenen Kopfspiegel aus Hardpermalloy ermöglichen Aufzeichnungen mit weit hinaufreichendem, geradlinigem Frequenzgang. Die Schwenkkopftechnik garantiert korrekte Azimut-Position unabhängig von der Laufrichtung des Bandes. Die Quick-Reverse-Vorrichtung schaltet bei Erreichen des transparenten Vorspannbandes mit Hilfe einer optoelektronischen Schranke blitzschnell in die Gegenlaufrichtung um - bei Aufnahme und Wiedergabe. Das Gerät erkennt die eingelegte Cassettenart und stellt selbsttätig Vormagnetisierung und Entzerrung ein. Es ist ausgestattet mit den Rauschunterdrückungssystemen Dolby B und C und ermöglicht die Herstellung von Cassettenkopien in verkürzter Zeit (High-Speed-Dubbing). Der Fremdspannungsabstand ist durch Verwendung eines Schnittbandkern-Transformators optimiert.

Alle Cinch-Anschlußbuchsen sind selbstverständlich vergoldet.

Die Lautsprecher "Fine Arts One" und "Fine Arts Two".

Der kleine Standlautsprecher Fine Arts One arbeitet nach dem akustischen Prinzip des Phasenumkehrkanals mit Bedämpfung (Vented flow), die elegante Pyramidenstumpf-Säulenbox Fine Arts Two nach dem Prinzip der Transmissionline-Schallführung im Baßbereich. Beide produzieren einen tiefen, sauber konturierten Baß. Beide Lautsprecher-Boxen besitzen ansonsten die gleiche Chassis-Bestückung. Auch hier wird der Hochtonbereich von der schon aus den Modellen Three und Four bekannten titanisierten Kalotte, der Mitteltonbereich von einem impulstreuen, dynamischen Konus-Lautsprecher (Terminated line) und der Tieftonbereich von einem partial-schwingungsarmen Konus-Tieftöner abgestrahlt.

Für jedes Lautsprechersystem Fine Arts wird ein Meßprotokoll erstellt und beigefügt, das die wichtigsten elektrischen und akustischen Daten widerspiegelt.

Die High Definition-Lautsprecher Fine Arts Three und Fine Arts Four.

Diese als Pyramidenstumpf konstruierten Lautsprecherboxen arbeiten nach dem Prinzip der Transmission-line-Schallführung im Baßbereich und produzieren einen weit hinabreichenden, sauber definierten Baß. Der Hochtonbereich wird von einer Kalotte aus dem extrem leichten Material Supronyl abgestrahlt, auf das zur Optimierung der Membranfestigkeit eine nur wenige Atomlagen dicke Titanschicht im Ionen-Coating-Verfahren aufgebracht ist. Faszinierend präzise klingen die obersten Tonlagen des Hochtonbereichs durch ein zusätzliches Bändchen-System, in dem eine mit Alu-Leiterbahnen bedampfte Membran zwischen Kobalt-Samarium-Magneten extrem hoher Induktion schwingt.

In der Frequenzweiche sorgen hochwertige Luftspulen für eine lineare Aussteuerung des Baßbereiches und für die Trennung zum Mittel- und Hochtonbereich. Verlustarme Elektrolytkondensatoren bewirken eine Optimierung des Impuls-und Phasenverhaltens.

Der Quartzlock Synthesizer Tuner Fine Arts T-903.

Der Fine Arts Tuner T-903 verfügt über einen integrierten Automatic-PLL-Decoder mit Keramik-Resonatoren für hervorragende Stereo-Kanaltrennung.

19 Sender sind speicherbar, wobei die Zusatzinformation Stereo/ Mono berücksichtigt wird. Die Feinabstimmung erfolgt bei FM über eine Exact-Tuning-Anzeige, bei AM über eine Rasteranzeige im LC-Display. In beiden Bereichen kann auch per Hand abgestimmt werden, wobei im FM-Betrieb die Muting-Funktion ausgeschaltet bleibt. Zur Vermeidung von Speicherdoppelbelegungen dient die Auto-Compare-Funktion: Wird bei FM per Suchlauf oder manuell ein Sender gefunden, der bereits im Speicher vorhanden ist, wird die Nummer im Speicherplatz dauernd angezeigt.

Die Cinch-Anschlußbuchsen sind selbstverständlich vergoldet.
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Der Integrated Stereo Amplifier Fine Arts A-903.

Der Fine Arts Amplifier A-903 ist ein integrierter Verstärker mit hoher Ausgangsleistung. Die Nenn-Ausgangsleistung beträgt 2x100 Watt. Alle weniger häufig benötigten Bedienelemente sind frontseitig unter einer Metallklappe angeordnet, so zum Beispiel auch der 6stufige Pegelschalter zur Einstellung des optimalen Einsatzpunktes der gehörrichtigen Lautstärkekorrektur. Neben den Anschlüssen für alle weiteren Komponenten der Fine Arts Serie verfügt das Gerät über zwei TB-Anschlüsse mit Überspielmöglichkeit, wobei die Ein- bzw. Ausgänge Tape 2 front- und rückseitig vorhanden sind. Die hervorragenden technischen Daten des A-903 sind auch möglich geworden durch die Verwendung eines Schnittbandkern-Netztransformators, die Bestückung mit rauscharmen Metallschichtwiderständen und Doppel-Lautstärkeregelung hinter der Vor- und vor der Endstufe. Die Endstufe selbst ist über eine elektronische und thermische Schutzschaltung gesichert, auch für die Lautsprecher wurde eine Schutzschaltung vorgenommen.

Alle Cinch-Anschlußbuchsen sind selbstverständlich vergoldet.
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Charakteristika der Fine Arts-Geräte.

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  • Massive schwarze Alu-Fronten mit feiner Oberflächen-Schliffstruktur
  • Drehknöpfe, Schalter und Tastenoberteile aus schwarz eloxiertem Aluminium
  • Regler, Schalter und Tastenaggregate nach haptischen Gesichtspunkten ausgewählt und von höchster elektromechanischer Qualität
  • Schwarz lackierte Bodenwannen und Innenflächen
  • Hochwertige, in ihrer Standfläche großdimensionierte Metallfüße
  • Vergoldete Anschlußbuchsen für lebenslange Kontaktsicherheit und geringste Übergangswiderstände
  • Edelholz-Seitenteile im Lieferumfang
  • Hochwertige Verbindungskabel mit vergoldeten Steckern im Beipack.
  • Elektrotechnisch ausgewogene und optisch gestaltete Innenaufbauten mit auf ein Minimum reduzierten Kabelwegen
  • Ausgezeichnete Servicefreundlichkeit
  • Copyright by GRUNDIG • Änderungen vorbehalten GNX 5319/6872/116/L2/S3

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Anmerkung und Kommentar (aus Feb. 2017)

Natürlich steht da viel Unsinn drinnen, aber so war das damals. Die Masse der Hifi-Freunde hatte bereits alles an Technik und die "Verbliebenen" (das Restpotential an Kaufwilligen) mußten irgendwie gelockt und geködert werden - und seien die Sprüche noch so blöd oder sogar voll daneben

Nach meiner Erfahrung hatten die allermeisten Musikliebhaber ihre Geräte im Regal stehen und konnten die nunmehr besonders wichtig beworbenen "schwarz lackierten "FineArts Bodenwannen" und "Innenflächen" gar nicht sehen. Die Allerwenigsten hatten ihre edlen FineArts Geräte auf dem Kopf stehen. Die hochglanz lackierten Edelholz-Seitenteile für alle Geräte waren aber schon extrem wichtig (die sahen wirklich gut aus und damit ließ es sich hervorragend protzen), die werden heute noch im ebay zu horrenden beinahe idiotischen Preisen gehandelt.

Was natürlich erst nach 10 oder mehr Jahren heraus kommt, ist die Langzeit-Stabilität der verbauten Komponenten, seien es die offenen Lautstärke- Potentiometer, die den Staub "inhalieren" oder die zugekauften 100W Hybridmodule, die zwar 100 Watt Dauerleistung können sollten, aber dennoch in Massen abrauch(t)en. Und beim CD-9000 Spieler gibt es einen kleinen Kondensator, der bei Versagen das Display nicht mehr erleuchten läßt. Damit ist er (scheinbar) hin, wenn man das nicht reparieren kann.

Dazu ist die Aussage von "Ausgezeichnete Servicefreundlichkeit" sehr weit her geholt. Die Demontage der schwarzen ALU-Frontplatte des A-903 ist ein Graus, weil das hilfsweise eingebrachte Doppel-Klebeband - die Kunststoff-Laschen hatten offensichtlich die Frontplatte doch nicht festgehalten - ausgehärtet ist und nunmehr seit Jahren "bombenfest" klebt. Diese eigentlich super konzipierte und toll gestaltete Alu-Frontplatte läßt sich - jedenfalls bei mir - nur mit brutaler (Biege-) Gewalt abnehmen und das müsste wirklich nicht sein.

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