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Warum hier allgemeine Begriffe - z.B. "Investor" erläutern ?

Geht es einer Organisation oder Firma schlecht und steht sie vor dem Konkurs, rufen Politiker - und sehr oft auch die lokalen Medien - sofort nach einem "Investor". Besonders "clevere" Politiker suggerieren uns Bürgern (also sie versuchen es jedenfalls) aber immer wieder, es würde sich bei dem "Investor" um einen Sozialarbeiter mit hehren kulturellen oder gar sozialen Gedanken und Vorstellungen handeln.

Das passiert bei Fabriken (AEG, Grundig, Telefunken, SABA) oder Handelshäusern (Karstadt, Hertie, Massa und Wertkauf) genauso wie bei städtischen Busunternehmen, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Altenheimen, Sanatorien oder Kindergärten und vielleicht auch mal bei einem Museum.
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Was ist - bei uns als Beispiel - ein Investor ?

Eine Betrachtung von Gert Redlich im Nov. 2015 -

Also : "Was ist ein Investor ?

Dieser Frage stellen sich die meisten der populistischen lauten Rufer (allermeist Politiker und deren Zuhörer) ) nicht. Sie wollen natürlich möglichst nur über "dessen" Geld verfügen und er solle den Mund halten - zum Beispiel bei innerstädtischen Infrastrukturprojekten wie Einkaufszentren. Doch das geht so nicht.

Ein Investor - das kann eine Organisation (eine sogenannte juristische Person) oder auch nur eine einzelne (sogenannte natürliche) Person sein - investiert in Objekte, Dinge oder auch nur Ideen und Zukunfts-Gedanken, um später nicht nur seine getätigte Investition wieder zurück zu bekommen, sondern auch noch einen zusätzlichen Ertrag oder Gewinn oder Profit zu erhalten. Der Investor spekuliert - oder er pokert sogar - mit dem Erfolg dieser seiner Investition.

Und selbstverständlich wägt er sein Risiko mehr oder weniger sorgfältig ab, ob das auch klappt. Die allerwenigsten Investoren investieren in sogenannte "tot geborenen Kinder" - auch hoffnungslose Fälle genannt. Solche Investoren kommen dann allermeist aus politischen Parteien oder der Politik und benutzen - für sich selbst natürlich risikolos - unsere Steuergelder zum Pokern, auf keinen Fall jedoch ihr eigenes Vermögen.

Ein aufrichtiger kommerzieller Investor hat also seinen Gewinn - seinen Vorteil - im Blick und nichts sonst. Und daran orientiert sich auch seine Aktivität und sein Ehrgeiz, ein in Schieflage geratenes "Objekt" wieder auf den rechten Weg zu bringen.
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Beispiel : Der Grundig Konzern

Der Investor Philips hat 1,5 Miliarden DM in den Sand gesetzt

Als Max Grundig den Zug der Zeit nicht mehr erkannte und sein Riesen-Konzern anfing, dicke rote Zahlen zu schreiben und ganz langsam anfing zu bröckeln, suchte er einen Partner bzw. Investor.

Die (Anmerkung : damals ab 1982 schon nicht mehr) potenten oder in gleichen Schwierigkeiten steckenden großen Firmen in Deutschland sowie die Banken lehnten alle ab.

Alleine der Riese Philips sah in der Übernahme der Grundig Werke - und der Mitarbeiter - eine Chance, eigene Versäumnisse aufzuholen und Marktanteile zu gewinnen. Doch es klappte nicht - Philips hatte sich bei allem positiven Engagement verschätzt, wohin der damalige Elektronik-Markt und die geizgeilen Kunden tendierten.

Am Ende hatte Philips ca. 1,5 Milliarden DM fehl-"investiert". Es war ein teurer Flop. Als dann das bayerische Konsortium den verbliebenen Rest der Firma Grundig auffangen wollte, haperte es am zu investierenden Kapital der beteiligten Firmen und an den bösen widerspenstigen Banken, die das Desaster vorausgesehen hatten.

Nach dem richtigen Konkurs von Grundig in 2003 wurde wieder ein Investor gesucht.
Die Gewerkschaften publizierten erfolgversprechende Legenden und Storys, die wirklich ernsthaften Interessenten schauten jedoch hinter die Kulissen und wägten das 200 Millionen Risiko genau ab und stiegen recht schnell aus dem Rennen aus.

Die türkische Beko Gruppe kaufte am Ende lediglich den Namen "Grundig" und nichts weiter. Die dann noch verbliebenen Verluste von 180 Millionen DM sowie die vakanten bzw. jetzt wertlosen Pensionsrückstellungen von ca. 200 Millionen mußte der Steuerzahler tragen - wie immer.
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Beispiel "Karstadt" respetive "Arcandor"

Nach dem Konkurs von "Karstadt" respetive "Arcandor" wurde ein Investor gesucht.  Der kam aus den nordischen Staaten, weil kein deutscher Investor den gordischen Knoten - also die aufgelaufenen Verpflichtungen - übernehmen wollte. Und dieser Investor investierte - mit Rückendeckung der sich profilierenden deutschen Minister - außer hochtrabenden Sprüchen und vagen Versprechungen "genau" 1 Euro - oder waren es damals nur 1 DM.

Danach verhökerte der "Investor" das sogenannte dingliche Restvermögen (das waren die Karstadt eigenen Immobilien) und erwirtschaftete reichlich Gewinn.

Übrigens fast wie bei Studer/Revox in der Schweiz. Dort wurde kurz nach dem Kauf der Firma - zum freundschaftlichen Schnäppchenpreis man sprach von 80 Millionen Franken) - das dingliche Vermögen, das waren die werkseigenen Liegenschaften, für angebliche 240 Millionen Franken verhökert und schwups, waren neben dem recht schnell zurückerlangten Kaufpreis noch mal über 100 Milionen zusätzliche Franken einfach "übrig". Das nennt man dann mit Recht gigantischen "Profit" und alles in ganz wenigen Jahren.
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Beispiel "Deutsche Telekom"

Nach nahezu endlosen politischen Debatten wurde der personell überladene und überalterte Fernmelde- (Telekom-) Bereich der "Deutschen Post" (das war die graue Post im Gegensatz zur gelben Post) privatisiert und nannte sich von nun an "Deutsche Telekom".

Investiert hatten auch jede Menge Kleinaktionäre, verführt von den markigen Sprüchen der Werbetexter. Der Telekom gehörten ja immerhin 38.000 hochwertige Immoblien - zum Teil in richtig teuren Innenstadt-Bestlagen. Da konnte ja gar nichts schief gehen - dachten viele.

Doch nach der Privatisierung wurde als Nächstes das werthaltige dingliche Vermögen - diese Immobilien - in die "DeTe-Immobilien AG" ausgelagert (oder übertragen). Ein Schelm, der damals schon stinkendes Übles dabei gerochen hatte.

In 2010 wurde dann relativ still und heimlich dieses dingliche Vermögen an die österreichische STRABAG - eine Straßenbau AG - verkauft - besser gesagt verhökert, natürlich mit einem nicht öffentlichen vertraulichen Vertrag, und mit langfristigen ebenfalls geheimen Verträgen wieder zurück gemietet. Daß dabei üppigste Provisionen und Beraterhonorare geflossen oder gesprudelt waren, unterlag natürlich auch der angeblichen "Geheimhaltungspflicht".

Damit ist die Deutsche Telekom auch nur noch eine riesige relativ wertlose Hülle
, die außer den extrem schnellebigen - und damit langfristig wertlosen - technischen Einrichtungen nichts Werthaltiges mehr besitzt. Auch kompetente Mitarbeiter werden älter und steigen irgendwann aus.

Wurden wir, das Volk, als inzwischen "ehemalige" Eigentümer dieser 38.000 teuren Immobilien überhaupt gefragt, ob wir unser teuer durch reichlich überhöhte Fernmelde-"Gebühren" (ab-) bezahltes Vermögen überhaupt verhökern wollten ?

Auch wieder ist derjenige ein Schelm, der Böses dabei vermutet. Und ich vermute wirklich Böses und Betrügereien ohne Ende und vermutlich waren damalige Politiker "involviert", weil alles so super toll vertuscht wurde.
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