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Keine DIN Norm war so umstritten wie die DIN 45 500 .....

Bei der ersten Publikation des Entwurfs (etwa 1965) zu einer deutschen DIN Norm für sogenannte "High Fidelity" in den Rundfunk- und Hifi-Medien prallten Welten aufeinander. Die Puristen schrien, so ein Mist, die Hersteller schrien auch, was für ein Mist, aber mit entgegengesetzten Argumenten und die Kunden bzw. die Verbraucher schüttelten die Köpfe über diesen vermeintlichen Unsinn.

Den Puristen war diese Norm überhaupt nicht scharf genug, das sei doch alles halber Kram, also "nichts Halbes und nichts Ganzes". Die Hersteller sahen nicht nur eine riesen Kostenlawine auf sich zu kommen, da sie jetzt nicht mehr jedes Radio mit 3 Transistoren mit dem Prädikat Hifi verkaufen durften, sondern auch die Daten korrekt publizieren mussten oder sollten. Es sollte vergleichbar werden. Und es sollten Mindeststandards gelten.

Heute wissen wir, das war nur ein erster Schritt zu mehr Transparenz auf diesem neuen Markt - damals. Die Mindeststandards waren ziemlich "mau" mit 6 Watt Sinus pro Stereo-Kanal bei 1 Kilohertz und 1% Klirrfaktor. Auch die Definition des Frequenzbereiches und der Linearität bei Lautsprechern war sehr sehr zögerlich.

Es war eben der "kleinste gemeinsame Nenner", auf den man sich einigen konnte, ohne daß einer der großen Hersteller sein Gesicht verloren hätte.

Im Nachhinein war es (vielleicht) eine Marketing Persiflage
? - ob man darauf hätte verzichten sollen ?
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Eine Medaille hat immer zwei Seiten .......

Nach reiflichem Überlegen und abwägen der verschiedenen Argumente werde ich ex-Chefredakteur Karl Breh und einigen anderen Fachleuten aus der Audio-Branche "argumentativ" folgen, die damals sagten :

  • Endlich gibt es mal standardisierte Meßvorschriften, "was" denn "wie" gemessen werden soll oder muß. Das gab es ja damals vor 1963 nicht, auch nicht in Amerika.
  • Ziemlich spät (erst in 2020) hatte ich gelesen, daß die Amerikaner mit ihrer FTC (Federal Trade Commission = Wettbewerbsbehörde) in 1974 ganz brutal in den Markt der Werbemenschen eingegriffen hatten und die Angaben bei Verstärkern aller Art nach den Messvorschriften jetzt als RMS Werte anzugeben hätten - quasi per Gesetz.


Denn : Gemessen hatten die Laboringenieuere sicherlich immer korrekt. Dann aber kamen die Marktingleute und die Chefs bzw. Star-Verkäufer und machten aus 2 x 25 Watt Sinus an 8 Ohm sehr oft 200 Watt oder noch mehr "Musik-Peak-Power" und die Ingenieure rieben sich erstaunt die Augen, wie denn "der eigene Kollege" aus dem 100 Watt Netz-Transformator auf einmal 250 Watt "Super Peak Impuls Power" rausholen wollte.
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Ein weiteres Beispiel waren natürlich die einzelnen Meßvorschriften. Da muß ein 2 x 30 Watt Sinus Verstärker die 2 x 30 Watt an 4 (oder auch 8 Ohm) über mehr als 15 Minuten aus beiden Kanälen gleichzeitig abliefern und er darf dabei eben nicht in Flammen aufgehen und abrauchen.
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Da kommt noch mehr.
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In den redaktionellen Artikeln von den jährlichen CES Messen in den USA und den "annual surveys" der off-duty Magazine ab 1972 haben wir es gefunden, als nämlich die RMS Verstärkerleistung definiert wurde und alle seriösen Amerikaner und Japaner sich daran halten mußten, wollten sie bei den Vergleichstests nicht voll in die Pfanne gehaun oder geklopft werden.

Und relativ plötzlich machte die amerikanische FTC (die US-Wettbewerbsbehörde) für wirklich alle Verstärker diese RMS Angaben ab 1974 zur USA weiten Pflicht - für alle Prospekte und alle Werbung, egal wo. Und die Japaner hatten in USA kurzfristig dicke Probleme mit den bereits gedruckten Prospekten.
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