Die Herstellerangaben einmal nachmessen - aber wie ?
Nehmen wir als Beispiel den Pioneer VSX-859 RDE Receiver aus dem Jahr 2000, der bei uns ein zweites Leben bekommt. Im Fokus íst der integrierte analoge Phono-Eingang für (ganz normale MM = moving magnet-) Magnetsysteme (wie z.B. das Shure V15 oder besser), weil er für analoge Schallplatten-Fans auf einmal wieder interessant oder sogar "wichtig" ist.
Im Benutzer- und Service- Manual des VSX-859 steht geschrieben, daß der Phono-Eingang folgende Spezifikatioen hat :
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Der Pioneer VSX-859 :
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- Eingänge (die nomonelle Empfindlichkeit/Impedanz)
- PHONO MM ...................................................4.7 mV/47 kΩ
- Aussteuerungsgrenze (THD 0,1 %, 1kHz) = maximale Eingangsspannung
- PHONO MM...................................................... 120 mV
Frequenzgang - PHONO MM..................... 20 Hz to 20,000 Hz ± 0.3 dB
- Signalrauschabstand (IHF, Eingang kurzgeschlossen, A-Netzwerk)
- PHONO MM......................................................... 80 dB
- Signal-to-Noise Ratio [EIA, at 1 W (1 kHz)]
- PHONO MM......................................................... 80 dB
- Signalrauschabstand [DIN(Nennausgangsleistung/50mW)]
- PHONO MM (nur VSX-859RDS) ......................... 68/61 dB
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Für uns ist aber zum Nachvollziehen und Vergleichen der spezifizierte Nenn-Ausgangspegel am Tape-Output viel wichtiger und das sind laut der Specs meßbare 335 mV an allen Frequenzen. Also mit welchem Eingangspegel erreiche ich diese 335mV an diesen Cinch-Buchsen ?
- Output (Level/Impedance)
- CD-R/TAPE 1/MD REC, TAPE 2 REC ......... 335 mV/2.2 kΩ
Für den gesamten Sound-Weg vom Eingang bis zur Endstufe wird folgendes spezifiziert : - Continuous Power Output
- Front ......... 100 W + 100 W (20 Hz – 20 kHz, 0.09 %, 8 Ω)
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Die (wichtigen) Daten des Revox B251 Vollverstärkers
| Sinusleistung; | 2 x 100W an 8 Ohm 2 x 150W an 4 Ohm |
| Eingänge (Empfindlichkeit / Impedanz) bei MM-PHONO | 1,6 mV ...23 mV, nominell 5mV/47kOhm/ 68pF...400pF |
| Ausgänge (Pegel/ - TAPE1 | 100 mV ...1,7 V, nominell 500mV/>10kOhm |
| zuiässige Last;) - TAPE2 | 100 mV ...1,7 V, nominell 500mV/>10kOhm |
| Freradspannungsabstand | (Hochpegeleingänge, bezogen auf 500 mV, 10 kOhm): |
| 96dB bei Nennleistung 80dBbei50mW (Phono MM-Eingang, bezogen auf 5 mV, 1 kOhm): | |
| 75 dB bei Nennleistung 75 dB bei 50 mW / äquivalente Fremdspannung am Eingang -124 dBV | |
| Frequenzgang; | 20Hz...20kHz:+0/-0,2dB |
| Phono RIAA (4 Zeitkonst,) | ±0,3 dB |
| Harm. Verzerrung bei 10 kHz | 0,01% bei Nennleistung 0,01% bei 50mW |
| Gewicht; | 8,5 kg |
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Hier fällt bereits auf, daß mit zweierlei Maß gemessen wird .....
Der Eingangs-Nennpegel des MM-Phono-Einganges sei also 4,7mV, beim Revox B251 sei der Nennpegel 5mV (er könne jedoch bei MM zwischen 1,6mV und 23mV liegen) - doch was kommt dabei hinten am Tape-Ausgang bzw. an den Endstufen raus ?
Die Aussteuerungs- oder Übersteuerungs- Grenze des Phono-Eingangs soll bei 120mV liegen. Und so "könne" man einen Signalrauschabstand von 61dB bis 80dB messen.
Aber welcher Wert gilt denn nun im praktischen Betrieb ? Zwischen 61dB bis 80dB liegen Welten, denn das sind logarythmische Maßeinheiten.
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Wir sind gut ausgestattet - dank dem ZDF - ein Edelgerät .....
Dieser Präzisions- Sinus-Generator von BRUEL & KJOER TYPE 1023 stand lange Zeit in der Aussonderungs- abteilung des ZDF, weil er nicht mehr ging. Ein freundlicher Helfer aus Berlin hat ihn für uns wieder repariert. Und er liefert Meßspannungen ab 1 mV bis10V mit allen Frequenzen rauf und runter und maximal 0,02% Klirrfaktor.
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Wir wollen also mehrere Fragen beantworten
Zuerst muß am Tonabnehmer-Kabel ein professionelles Oszilloscope angeschlossen werden - mit möglichst hohem Eingangswiderstand von 10 Meg-Ohm oder besser. Auch das haben wir hier stehen - von der ehemaligen Fernseh-GmbH / BTS oder später Grass-Valley (aus Weiterstadt).
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Diese Oszilloskope mt 150 MHz oder 250 MHz oder sogar 450 MHz Grenzfrquenz sehen alles, das sich auf den Leitungen tut.
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Und damit können wir messen und sehen, was ein hochwertiges MM-Abtastsystem überhaupt an Spitzen- oder Impuls- Spannungen an den Phono-Vorverstärker liefert. Die Meßschallplatten verschiedenster Hersteller haben wir auch hier stehen, auf denen Frequenz-Bereiche mit Norm-Pegeln geschnitten sind - sogar mit Ansage.
Mit dem REVOX B251 Vollverstärker steht sogar ein Phono-Eingang mit mehreren Impedanzen für initiale Referenz-Messungen zur Verfügung.
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Die folgenden Fragen sind erstmal nur skizziert:
Vorab wichtig ist für uns, der analoge Soundweg des Pioneer ist nirgendwo manipuliert oder über einen digitalen Umweg (Klangregler oder Loudness usw.) verändert. Der analoge Tape-Ausgang wird sowieso vor der Lautstärke-Einstellung abgezweigt.
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- 'Was liefert ein Moving Magnet Abtaster mit der DHFI Meßschallplatte an maximaler Spannung - am Revox und am Pioneer ?
. - Kann ich diese gemessene(n) Spannung(en) mit den nominellen 4.7mV des Pioneer vergleichen ?
. - Welche Spannung liefert der Moving Magnet Abtaster am analogen Tape-Ausgang des Pioneer, der ja mit einem Nennpegel von 335 mV referenziert ist ?
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Die nächste Frage : Wie messe ich das ?
Der Referenz-Ausgang ist bei der ersten Messung der analoge Tape-Monitor- Ausgang. Denn der ist von jeglicher Klangregelung und Lautstärke- Einstellung unabhängig und linear.
An diesen analogen Stereo-Ausgang hängen wir unseren TASCOM DR-40 Digitalrecorder dran, damit am Ende vergleichbare Ergebnisse herauskommen.
Die dort digital aufgezeichneten Dateien werden mit den Foobar 2000 Programm abgespielt, weil dort die grafische Pegelanzeige hinreichend genau ist und per Screen-Shot aufgehoben werden kann.
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Am Cinch-Ausgang des Verstärkes hängen damit zwei Geräte
Das "Röhrenvoltmeter" (natürlich ein modernes professionelles Transistor- Voltmeter) zeigt uns sofort den normalerweise gemittelten Pegel an und der Digitalrecorder speichert den aus dem analogen Signal gewandelten Pegel, wobei vorher der Referenz- oder Nennpegel auf -10dB ausgesteuert wurde.
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Die anschauliche Messung erfolgt mit der Foobar Software
Ist der Messvorgang erstmal mit dem Tascam DR40 digitalisiert (die Qualitäten des Tascam DR40 mit -100db Rauschabstand sind - nicht nur für diese Zwecke - unangefochten herausragend) und als Wave-Datei (nicht MP3) abgelegt, wird der Pegel nicht mehr verändert. Mit Hilfe des Foobar Programms wird über die Fourier-Analyse sowohl der Frequenzbereich als auch der absolute Pegel auf dem Bildschirm abgespielt bzw. betrachtet. Damit wird der initiale Nennpegel von -10 dB überprüft und dann die anderen Meßwerte angezeigt.
Drei Bereiche / Werte sind für unsere Rausch- Abstands- Messung von Bedeutung :
- Der Nennpegel als Referenz,
- der Pegel in der Leer-Rille der Meßschallplatte und
- der verbleibende Pegel bei abgehobenem Abtaster.
Der wichtigste dritte, der letzte Pegel zeigt uns das Grundrauschen der Verstärker-Elektronik mitsamt der Verkableung zum Plattenspieler und dem Abtast-System (einschließlich eventueller Einstreuungen von außen). Eine Messung mit einem Kurzschlusstecker im Phono- Eingang ist nicht praxisgerecht, weil das in der Realität nicht vor kommt.
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Die Betrachtung der 3 Pegel auf dem PC-Bildschirm kann beliebig oft wiederholt und auch vorgeführt werden.
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