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Warum hier allgemeine Begriffe - z.B. "Investor" erläutern ?

Geht es einer Organisation oder Firma schlecht und steht sie vor dem Konkurs, rufen Politiker - und sehr oft auch die lokalen Medien - sofort nach einem Investor. Das passiert bei Fabriken oder Handelshäusern genauso wie bei städtischen Busunternehmen, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Sanatorien oder Kindergärten.
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Was ist - zum Beispiel - ein Investor ?

eine Betrachtung von Gert Redlich im Nov. 2015 - Dieser Frage stellen sich die meißten der populistischen Rufer nicht. Sie wollen natürlich möglichst nur über dessen Geld verfügen. Doch das geht so nicht.

Ein Investor - das kann eine Organisation oder auch nur eine einzelne Person sein - investiert in Objekte, Dinge oder auch nur Ideen und Gedanken, um später nicht nur seine Investition wieder zurück zu bekommen, sondern auch noch einen zusätzlichen Ertrag oder Gewinn oder Profit zu erhalten. Er spekuliert - oder pokert - mit dem Erfolg dieser Investition.

Und selbstverständlich wägt er sein Risiko mehr oder weniger sorgfältig ab, ob das auch klappt. Die allerwenigsten Investoren investieren in sogenannte "tot geborenen Kinder" - auch hoffnungslose Fälle genannt. Solche Investoren kommen dann allermeist aus der Politik und benutzen - für sich selbst risikolos - unsere Steuergelder, auf keinen Fall jedoch ihr eigenes Vermögen.

Ein aufrichtiger kommerzieller Investor hat also seinen Gewinn - seinen Vorteil - im Blick und nichts sonst.
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Beispiel Grundig

Der Investor Philips hat 1,5 Miliarden DM in den Sand gesetzt

Als Max Grundig den Zug der Zeit nicht mehr erkannte und sein Riesen-Konzern anfing, dicke rote Zahlen zu schreiben, suchte er einen Partner bzw. Investor. Die potenten Firmen in Deutschland lehnten ab. Alleine Philips sah in der Übernahme der Grundig Werke - und Mitarbeiter - eine Chance, Versäumnisse aufzuholen und Marktanteile zu gewinnen. Doch es klappte nicht, Philips hatte sich bei allem positiven Engagement verschätzt, wohin der damalige Markt und die geizgeilen Kunden tendierten.

Am Ende hatte Philips ca. 1,5 Milliarden DM fehl-"investiert". Es war ein teurer Flop. Als dann das bayerische Konsortium den verbliebenen Rest der Firma Grundig auffangen wollte, haperte es am zu investierenden Kapital der beteiligten Firmen und an den widerspenstigen Banken, die das Dissaster vorausgesehen hatten. Nach dem richtigen Konkurs wurde wieder ein Investor gesucht. Die Gewerkschaften publizierten erfolgversprechende Legenden, die ernsthaften Interessenten wägten jedoch das Risiko genau ab und stiegen recht schnell aus dem Rennen aus. Die türkische Beko Gruppe kaufte am Ende lediglich den Namen "Grundig" und nichts weiter. Die dann noch verbliebenen Verluste mußte der Steuerzahler tragen - wie immer.
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Beispiel Karstadt

Nach dem vermutlich absichtlich herbeigeführten Konkurs von Karstadt wurde ein Investor gesucht. Der kam aus den nordischen Staaten, weil kein deutscher Investor den gordischen Knoten - also die aufgelaufenen Verpflichtungen - übernehmen wollte. Und dieser Investor investierte - mit Rückendeckung der sich profilierenden deutschen Minister - außer hochtrabenden Sprüchen und vagen Versprechungen "genau" 1 Euro oder 1 DM.

Als erstes gliederte der Investor - natürlich völlig überraschend - die Karstadt eigenen Immobilien aus dem Unternehmen aus und verhökerte die für viele Millionen an andere "Investoren" und mietete die dann - für viel Geld - wieder zurück. Der Verkaufserlös verschwand "irgendwo". Und jetzt (in 2014/2015) steht das hohle vermögenslose Gerippe schon wieder vor dem Konkurs.

Beispiel "Deutsche Telekom"

Nach nahezu endlosen politischen Debatten wurde der personell überladene und überalterte Fernmelde- (Telekom-) bereich der "Deutschen Post" privatisiert und nannte sich von nun an "Deutsche Telekom". Investiert hatten auch jede Menge Kleinaktionäre, verführt von den markigen Sprüchen der Werbetexter. Der Telekom gehörten ja immerhin 38.000 hochwertige Immoblien - zum Teil in Bestlagen. Da konnte ja gar nichts schief gehen.

Doch nach der Privatisierung wurde als Nächstes das werthaltige dingliche Vermögen - die Immobilien - in die DeTe-Immobilien ausgelagert (oder übertragen). Ein Schelm, der damals schon Übles dabei gerochen hatte.

In 2010 wurde dann relativ still und heimlich dieses dingliche Vermögen an die österreichische STRABAG - eine Straßenabu AG - verkauft - besser gesagt verhökert, natürlich mit einem nicht öffentlichen vertraulichen Vertrag, und mit langfristigen ebenfalls geheimen Verträgen wieder zurück gemietet.

Damit ist die Deutsche Telekom auch nur noch eine riesige relativ wertlose Hülle, die außer den extrem schnellebigen - und damit langfristig wertlosen - technischen Einrichtungen nichts Werthaltiges mehr besitzt. Auch Mitarbeiter werden älter und steigen aus.

Wurden wir, das Volk, als inzwischen "ehemalige" Eigentümer dieser 38.000 teuren Immobilien überhaupt gefragt, ob wir unser teuer (ab-) bezahltes Vermögen überhaupt verhökern wollten ?

Auch wieder ist derjenige ein Schelm, der Böses dabei vermutet.
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