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Wir haben ein ELAC Miracord 9 Stereo-Chassis bekommen ...

Februar 2019 - Unser ELAC Miracord 9 Chassis ist eines der neueren bereits für "Stereo" ausgelegten Chassis dieser Baureihe - vermutlich nach 1958 gebaut. Offensichtlich gab es vor 1958 auch Mono-Versionen, die man (teilweise) an der Geschwindigkeitsumschaltung mit einem Schiebe-Hebel ganz links vorne auf dem Chassis erkennt. Unser Chassis hat bereits das Drehrad (rechts im Bild).

Zum Verständnis : ab dem Herbst 1958 wurde von der Musik- industrie - aus USA kommend - auch in Deutschland die Stereoplatte als der letzte Schrei der neuen Technik "lanciert".

Leider kam es so weit, daß die Kunden recht verwirrt waren, weil das zwar auch diese immer noch neue "Mikrorille" (die neue "microgroove" seit 1949) sein sollte, diese Stereo-Rille jetzt aber wiederum etwas dünner (oder besser "schmaler") war als die seit 10 Jahren beworbene (Mono-) Mikrorille der bis dahin bekannten 33er und 45er Vinyl- Langspiel- platten und Singles.

Kein Hersteller (und die Musikindustrie schon gar nicht) hatte das so richtig eindeutig herausgestellt, welche der neuen Vinyl-Platten - die alten Mono- oder die neuen Stereo-Platten - mit welcher korrekten Nadel-Variante (17µ oder 25µ Verundung) abgespielt werden sollten oder konnten oder mußten.
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Das Miracord 9 Laufwerk mit dem "565 Gramm" Blechteller

Um 1957 bis ca. Herbst 1963 (Vorstellung des DUAL 1009) war es allgemein üblich, einen aus Stahlblech gestanzten Plattenteller mit ca. 21cm Durchmesser zu verwenden.

Der Antrieb erfolgte mit einen mehr oder weniger aufwendigen Synchronmotor über eine vierfach abgestufte Motor-Achse und ein bewegliches Reibrad innen auf den tiefgezogenen Plattenteller-Rand.

Laut Prospekt soll das gesamte Laufwerk 3,6 Kilo wiegen
. Über das Gewicht des Tellers an sich (also bezüglich der Drehzahlkonstanz aufgrund der sich drehenden Masse) gab es im Prospekt keine Aussage - er hat aber nur 565 Gramm (im Gengsatz zum neuen DUAL, später eines der Hauptargumente beim DUAL 1009 und den Nachfolgern).

Eine für damals aufwendige Mechanik

Dieses Modell sollte von der Bedieneung her das Nonplusultra sein und darum gab es nicht nur eine richtige Start-Taste, sondern auch eine Auto-Erkennung der jeweils nächsten abzuspielenden Schallplatte, die auf der Wechsler-Achse als nächste dran kam.

Die Starttaste schaltet zuerst den Motor ein, (wobei die Geschwindigkeit voreingestellt sein mußte), indem sie den Motorschalter mit einer (kupferfarbenen) Schubstange (siehe Bild) überbrückte und den Tonarm-Mechanismus über eine zweite (lange schwarze) Schubstange Ingang setze.

Wie oder ob der Tonarm die aktuell auf dem Teller liegende Plattengröße erkannte, ist mir noch nicht klar. Das ging wohl nicht.

Ist die Wechslerachse eingesteckt und liegen dort bis zu 8 Platten drauf, wurde der Durchmesser - zumindest der 25cm und 30cm Platten - mit dem Fühler über dem Abtastsystem abgetastet. Näheres kommt ganz unten in der Bedienungsanleitung.

Wie das mit den 17cm Platten funktionierte, steht sicher auch unten im Handbuch. Also einfach war es nicht, alle nur möglichen Kombinationen von vier Geschwindigkeiten und drei Durchmessern zu koordinieren.
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Die Schwachstelle - der damalige Tonarm

Wie bei fast allen Plattenspielern aller Hersteller (damals auch bei DUAL) aus dieser Epoche war der Tonarm aus Plastik und man könnte nur vermuten, daß es den Entwicklern einfach ausreichte, wenn er die Nadel einigermaßen stabil in der Rille hielt.

Ein Auflagegewicht von 10 oder mehr Pond mit einer "variablen" Genauigkeit von ± 50%, daß uns Ingenieuren das Grausen kam, das war schon herb. In diesem Tonarm ist hinten drinnen ein recht dickes Messing- oder Eisen- Gegengewicht von nicht unerheblicher Größe, das ich nicht vor oder zurück bewegen/justieren kann.

Vom Gefühl her (immer im Vergleich zu einem moderneren DUAL 1218 Tonarm) sind es bestimmt 12 oder 14 Pond, die die Nadel (damals den Saphir) in die Rille pressen. Das hält eine Vinylplatte nicht allzulange bzw. allzuoft aus. Da sind dann die Rillenflanken - ob Mono oder Stereo - ziemlich schnell abrasiert.

Bei den modernen Plattenspielern wird mit Gewichten von 1,2 bis 0,8 Pond gearbeitet - und das sei angeblich sogar noch zuviel.
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Die Nadel ist defekt / fehlt
Stellung N = Schellack
Stellung M = Mikrorille/Vinyl
damals ein dicker Brummer
hier die Umschaltwippe

Das ELAC Kristall Abtastsystem

Nach den Publikationen in den Fachzeitschriften zu urteilen (Funktechnik, Funkschau usw. - die Hifi-Stereophonie kam erst 1962 raus und davor gab es das fonoforum und Phono aus Wien) war man sich bei den Hersteller-Firmen darüber im klaren, daß diese Kristallsyteme die hohe Auflagkraft brauchten.

Weiterhin war es zwingend notwendig, die Kunden mit den alten Schellack- platten nicht zu offensichtlich zu vergraulen und zum Kauf der "neuen" Vinyl-Platten zu zwingen.

Darum gab es nach wie vor diese 78er Geschwindigkeit und die Umschalttechnik mit beiden Nadeltypen vorne im Abtast-System durch Neigen oder Wippen.

Daß auch diese "Flexibilität" ein Mehr an Gewicht mit sich brachte
, war allen klar. DUAL verzichtete ab dem neuen DUAL 1009 Hifi-Spieler auf diese doppelten Nadeln.

Wie weiter oben bereits ausgeführt, gab es einen erheblichen Unterschied zwischen der 1949er Mono-Mikrorille und der neuen 1958er Stereo-Mikrorille.

Das war von der Abspiel-Technik her gesehen also nicht trivial, nur vom Marketing war es den potentiellen nicht technikbewanderten Interessenten fast nicht vermittelbar, daß da schon wieder etwas Wichtiges geändert wurde.
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Der Synchron-Motor

Von DUAL wissen wir, daß diese Firma ganz früh mit Antrieben angefangen hatte. Später wurde der gekapselte Antriebs-Motor als ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal herausgestellt, und dann später wieder verworfen, wie es gerade gebraucht wurde.

Hier ein ungeschirmter Motor, weil die damaligen Kristallsysteme auf magnetische Einstreuung überhaupt nicht reagierten.
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Unser ist ein "Plattenwechsler" PW9 /220V

Aus der Seriennummer kann man nicht herauslesen, wieviele von dem Modell 9 bereits gebaut wurden. Unserer hat die SN 86136 und ist bereits die Stereo-Ausführung.

Mit gringstem Aufwand - die russische Methode

Der Tonarm liegt auf einem Nippel auf, der unten drunter einen Schalter betätigt. Liegt der Tonarm also auf, ist der Motor abgeschaltet, wird der Tonarm angehoben, würde der Motor angeschaltet. Drückt man anfänglich auf die Starttaste, wird dieser Schalter mit einer Schubstange kurzzeitig überbrückt und der Motor läuft an und hebt über sein Steuer-Gestänge den Tonarm ab und der Motor läuft weiter.
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Die Wettbewerber hatten unter deren Chassis jede Menge an Kontakten an großen Steuerscheiben zum An- und Abschalten. Und dabei geht es so einfach.

Unser Exemplar ist leicht verbastelt

Die Zuführung der 220 Volt ist dermaßen verbastelt, daß jedem Elektriker die Haare zu Berge stehen würden. Das war also ganz bestimmt nicht original.

Da hat jemand" nachgeholfen.

Zwei Audio-Kabel zum Verstärker

An der "Tonspannungsleitung" sieht man, daß es ursprünglich ein Mono-Abtaster war, der her eingebaut wurde. So gab es in unserer Version kein Stereo-Kabel, sondern zwei Mono-Kabel nebeneinander mit ehemals sicher auch 2 getrennten 3stift Steckern.
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In einem Miracord 9 Prospekt finden wir folgendes

Mit dem Miracord 9 stellt sich ein neuer Plattenwechslertyp aus der internationalen „Miracord"-Sonderklasse vor, der moderne Form- und Farbgebung und konstruktive Finessen mit einem auffallend günstigen Preis vereint.

Der Miracord 9 spielt Schallplatten in beliebiger Reihen- folge ab, ganz gleich welche Größe sie haben. Die Bedienung erfolgt über eine Starttaste. Sie dient zugleich zur Unterbrechung des Abspielens, wenn die nächste Platte gewünscht wird. - Mit dem Miracord 9 können Schallplatten auch einzeln abgespielt werden.

Eine konstruktive Neuheit:
Wie der Fühler eines Insektes tastet der Tonarm die Schallplatte ab, erfühlt ihre Größe und setzt, nachdem die Platte gefallen ist, mit traumhaft sicherer Präzision in der Einlaufrille auf.

Miracord 9 Preis (von 1957) DM 148,-

Technische Einzelheiten
UpM: 78, 45, 33 1/3 und 16 2/3 • Ladekapazität: ca. 10 Platten von 17 bis 30cm in beliebiger Größe und Reihenfolge; Tonabnehmer, Antrieb und Netzanschluß wie bei Miracord 5.

Abmessungen: Chassisplatte: 327 x 269mm • Einbauhöhe: 143mm bzw. 200mm • Plattenteller-Durchm: 210mm, Gewicht: netto 3,6kg.

Zubehör: eine Stapelachse SA 72 und ein Puck zum Abspielen einzelner 17cm-Platten mit großem Mittelloch.

Sonderzubehör: Zum Wechseln eines Stapels von 17-cm-Platten mit großem Mittelloch wird die Stapelachse 382 separat geliefert.

Ein Blick in die Bendienungsanleitung von 1957

In den frühen Bedienungsanleitungen wurde sehr oft Prospekt und Anleitung gekoppelt.
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1. Leistung und Arbeitsweise

Der Plattenwechsler „Miracord 9" dient zum automatischen Abspielen eines Stapels Schall- platten mit den Umdrehungsgeschwindigkeiten 16 2/3, 33 1/3, 45 und 78 Umdrehungen pro Minute (UpM).

Nach der letzten Platte geht der Tonarm in Ruhestellung und das Gerät schaltet sich selbsttätig ab. Es werden alle Platten in beliebiger Reihenfolge gewechselt, deren Durchmesser zwischen 17 und 30cm liegt. Das Abspielen einzelner Platfen ohne Automatik (d. h. durch Autsetzen des Tonarmes mit der Hand) ist ebenfalls möglich.
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Runder Drehknopf links, aber noch kein Stereo

Der Plattenwechsel erfolgt durch die Stapelachse, auf deren drei Auflagestützen der Plattenstapel aufgelegt wird. Die Ladekapazität beträgt 8-10 Schallplatten, je nach der Dicke der einzelnen Platten, und ist bestimmt durch die maximal zulässige Stapelhöhe, die durch eine Marke am oberen Ende der Achse gekennzeichnet ist. Die moderne Spreizfedertechnik ohne Stabilisierungsgewicht gestattet auch während des Spiels das Austauschen und das Nachlegen von Platten, sofern die maximale Ladegrenze noch nicht erreicht ist.

Für die Abtastung der Tonrillen
dient das bewährte Breitband-Kristall-System ELAC KST 9 mit Duplo-Nadel SNM 9, die je einen Saphirstift für Normal- und Mikrorillen-Abtastung enthält. Durch Kippen des Systems mit Hilfe eines Rändelknopfes im Tonarmkopf wird die betreffende Nadel in ihre Arbeitsstellung gebracht. System im Tonarmkopf und Duplonadel im Kristallsystem sind leicht auswechselbar.

Der große Frequenzumfang des Kristallsystems, der sich noch über den Hörbereich des menschlichen Ohres hinaus, und zwar von 20 bis 20.000 Hz erstreckt, gewährleistet brillante, klangechte Tonwiedergabe mit hoher Ausgangsspannung, die bei allen marktgängigen Wiedergabegeräten (Rundfunkgeräten) volle Aussteuerung bis zur oberen Lautstärkegrenze gestattet.

Die Frequenzkurve des Tonabnehmer-Systems ELAC KST 9

Normalrillen-Abtastung - bezogen auf Schneidkennlinie 3180/450/50 us
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  • Anmerkung : Der Frequengang ist für Kristallsysteme "leicht" unglaubwürdig, insbesondere herunter bis 20 Hz. Weiterhin ist die Skalierung der Abweichungen von der Nullinie viel zu grobschlächtig mit ±30dB.

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Der Antrieb

Der geräuschlose Antrieb mit dem ELAC-Spezial-Asynchron- Wechselstrommotor erlaubt die volle Ausnutzung dieses breiten Tonbereiches und arbeitet mit hoher Drehzahlgenauigkeit über ein umschaltbares Reibradgetriebe. Die geringe Auflagekraft des Tonarmes von ca. 9g, die Dreipunktauflage der Platten auf der geraden Stapelachse mit Abwurf in waagerechter Lage bewirken größte Schonung des wertvollen Plattenmaterials.

2. Bedienung

An Geräten „Miracord 9", die sich bereits fertig eingebaut im Musikmöbel befinden, müssen vor Inbetriebnahme die Transportsicherungen entfernt werden: Die 4 Holzschrauben am Rande der Chassisplatte lösen. Die entstandenen Öffnungen können mit Hilfe der dem Zubehörbeutel beiliegenden Plastikstöpsel wieder abgedeckt werden.

Die Schutzkappe für die Saphirnadel von der Unterseite des Systems nach unten abziehen. - Die Federklammer vom Tonarm lösen.

Die Klammer läßt sich auf Wunsch durch Zusammendrücken am unteren Ende aus der Öffnung in der Chassisplatte herausnehmen. Diese Sicherungen müssen vor einem Weitertransport des Musikmöbels wieder angebracht werden. Geräte „Miracord 9", die im Koffer eingebaut sind, werden automatisch durch Schließen des Kofferdeckels für den Transport gesichert.

Bei Selbsfeinbau des Gerätes bitten wir, die Angaben in Kapitel 3 zu beachten.

2.1 Betriebsarten: Wechsler

Nach Einsetzen der Stapelachse SA 72 (mit der Lademarke nach oben) in die hohle Achse des Plattentellers werden die Platten auf die drei Auflagestüfzen der Achse gelegt. Innerhalb eines Stapels können sich Platten verschiedenen Durchmessers (17cm bis 30cm mit kleinem Mittelloch) befinden.

Sie müssen aber gleiche Umdrehungsgeschwindigkeit (UpM=78 oder 45 oder 33 1/3 oder 16 2/3) und gleiche Rillenart (Normalrille = N oder Mikrorille = M) besitzen.

Beides ist auf dem Plattenetikett angegeben und muß am Gerät entsprechend eingestellt werden. Für das Abspielen von Platten mit 17cm Durchmesser und großem (38mm) Mittelloch wird an Stelle der Stapelachse SA 72 die Achse SA 382 verwendet. (Besonders bestellen, da nicht zum Normalzubehör gehörig!) Beim Einsetzen der Stapelachse SA 382 achten Sie bitte darauf, daß die Absätze am unteren Ende des Achszylinders mit den Höckern des Plattenteller-Gummibelages in Eingriff sind.

Einfach-Spieler

Schallplatten, die nicht die genormte Dicke besitzen und deshalb für den automalischen Wechslerbetrieb ungeeignet sind, z. B. Kunstsfoff-Folienplatten und auf Lackplatten geschnittene eigene Aufnahmen, lassen sich durch Verwendung des Gerätes als Einfachlaufwerk abspielen.

Die betreffende Platte wird auf den Teller gelegt und die Spielerachse zur Zentrierung eingesteckt.

Platten mit 38mm Mittelloch werden bei Spielerbetrieb mif Hilfe des Pucks (Zentrierstück) zentriert, wobei die Spielerachse durch den Puck gesteckt wird.

2.2 Drehzahleinstellung

erfolgt nach Maßgabe der gewählten Plattenart mit Hilfe des Drehknopfes auf der linken Seite des Phono-Chassis.

Anmerkung : Das ist also die neuere Version mit Drehknopf.
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2.3 Saphireinstellung

geschieht durch schiebende Bewegung des Rändelknopfes im Tonarm. Die Markierung ist einzustellen auf N (grün) bei allen Platten mit 78 UpM, auf M (rot) bei allen Plattenarten mit 16 2/3, 33 1/3 oder 45 UpM.

2.4 Start

Ein Druck auf die Starttaste setzt den Plattenteller in Bewegung. Beim Zurückgehen der Taste hebt sich der Tonarm von der Stütze, schwenkt nach innen, tastet mit seinem Fühler die Größe der untersten Platte des Stapels auf ihrer Unterseite ab und schwenkt wieder nach außen. Die Platte "gleitet" (??) auf den Plattenteller. Der Tonarm schwenkt erneut ein und setzt behutsam mit der Abtastnadel in die Einlaufrille dieser Platte auf; das Spiel beginnt. Nach Abspielen der Platte läuft der Tonarm in die Auslaufrille der Schallplatte ein, hebt ab, schwenkt nach außen und beginnt den Wechselvorgang von neuem.

Bei Spielerbetrieb schaltet man das Gerät durch Abheben des Tonarmes von der Stütze ein und setzt ihn mit der Hand in die Einlaufrille der Schallplatte.

2.5 Abschaltung (Stop)

Nachdem die letzte Platte des Stapels abgespielt ist, schwenkt der Tonarm aus und schaltet das Gerät beim Aufsetzen auf die Tonarmstütze ab.

Das Gerät kann jederzeit während des Spiels dadurch stillgesetzt werden, daß der Tonarm mit der Hand abgehoben und auf die Stütze gelegt wird.

Bei Spielerbetrieb erfolgt die Abschaltung automatisch, wenn die aufgelegte Platte eine normgerechte Ausschallrille besitzt, andernfalls muß der Tonarm mit der Hand abgehoben und auf die Stütze gelegt werden.

Wird der Plattenwechsler nicht weiter benutzt, so ist zur Schonung des Antriebes der Einstellknopf für die Drehzahl auf Null zu stellen.

2.6 Plallenwahl

Ein Druck auf die Starttaste während des Spiels bewirkt den sofortigen Wechsel auf die nächste Platte des Stapels.

3. Einbau, Anschluß, Wartung und Nadelwechsel

3.1 Bei Selbsteinbau des Plattenwechslers „Miracord 9" benutzen Sie bitte für das Aussägen der Grundplatte die beigefügte Einbauschablone. Das Grundbrett soll 10 bis 20mm stark sein. Nach Anbringen des Ausschnittes und der Bohrungen legt man erst die Blechnäpfe (3), dann die Federn (4) und schließlich die Teller (2) in die vier Löcher von 12mm Durchmesser. Nun wird von oben das Chassis (1) mit seinen vier Stützen in die Offnungen eingesetzt. An zwei diagonal gegenüberliegenden Stützen (8) schiebt man die beiden Federklammern bis zu einem Abstand von 1mm von der Unterseite des Grundbrettes auf. Bei richtigem Einbau muß das Chassis frei auf den Federn schwingen können. Für die Aufnahme der als Transport-Sicherung dienenden Holzschrauben (7) sticht man durch die kleinen Öffnungen am Rande der Chassisplatte Löcher in das Grundbrett (Chassisplatte hierbei herunterdrücken). Die Halteklammern für den Puck und die Stapelachse werden an passender Stelle im Tonmöbel befestigt.

3.2 Der Anschluß des Antriebsmotors an das Lichtnetz erfolgt mit einer zweiadrigen Netzleitung mit Stecker, deren freie Enden in der zweipoligen Klemme auf der Unterseite des Phonochassis befestigt werden. (VDE-Vorschriften beachten !) Vor Einschieben des Netzsteckers in die Lichtsteckdose prüfen Sie bitte Stromart und Spannung. Das Gerät „Miracord 9" ist für Wechselstrom eingerichtet und wird vom Werk aus auf eine Spannung von 220V eingestellt. Ist am Zähler des Lichtnetzes eine Wechselspannung von 110 oder 125V angegeben, so muß der Spannungswähler im Phono-gerät umgeschaltet werden.

3.3 Der Anschluß des Tonabnehmers an das Rundfunkgerät oder den Verstärker geschieht mit Hilfe der dreiadrigen Tonarm-Anschlußleitung, deren beide Stecker in die hochohmigen Tonabnehmer-Buchsen des Rundfunkgerätes einzuführen sind, während das dritte, rote Drahtende ohne Stecker mit der Erdleitung des Rundfunkgerätes verbunden wird. Sollte das Rundfunkgerät beim Schallplaftenspielen brummen, so müssen die Tonarm-Anschlußleitungen mit ihren Steckern in den Tonabnehmer-Buchsen des Rundfunkgerätes vertauscht werden. In Zweifelsfällen wird Sie Ihr Rundfunkhändler gern beraten.

3.4 Eine besondere Wartung des Gerätes ist nicht notwendig. Es empfiehlt sich aber, in größeren Zeitabständen das Getriebe des Plattenwechslers „Miracord 9" zu reinigen und zu fetten. Da durch übermäßiges Ölen die Funktion des Gerätes gestört werden kann, sollte diese Arbeit einem Fachmann übergeben werden. Der Gummibelag des Zwischenrades unter dem Plattenteller darf nicht mit Fett oder Öl in Berührung kommen, da dies Störungen des Antriebs zur Folge haben kann. I
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3.5 Die rechtzeitige Erneuerung der Saphirnadel des Abtastsystems wird dringend empfohlen. Sie sind zwar außerordentlich hart, nutzen sich jedoch allmählich ab.

Abgeschliffene Nadeln beeinträchtigen die Tonwiedergabe und beschädigen die Tonrillen. Ein Nadelwechsel sollte mindestens dann vorgenommen werden, wenn auch bei neuwertigen Platten und Einstellung einer hellen Klangfarbe hohe Töne unrein klingen (nach ca. 100-130 Stunden Spieldauer).

  • Anmerkung : Wer zählt diese Stunden oder wie stellt man das fest ??

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Verwenden Sie nur Platten von einwandfreier Beschaffenheit! Krumme Platten und solche, die um das Mittelloch herum uneben und beschädigt sind, können Störungen bei der Wiedergabe und beim Abwurf hervorrufen. Ist das Mittelloch bei neuen Platten durch das Plattenetikett überklebt, so reibe man vor dem Abspielen mit einem Stift auf beiden Seiten das Papier um das Loch herum weg.

Technische Daten

Abmessungen
Chassisplatte:    327    X 269 mm
Platzbedarf für Einbau mindestens:    367 X 320 mm    
Einbauhöhe über dem Grundbreft (Oberkante)        
bei abklappbarem Deckel:        143 mm
bei festem Deckel:        200 mm
Einbauhöhe unter dem Grundbrett (Oberkante):        71 mm

Netzanschluß
110/220 V Wechselspannung umschaltbar, 50 Hz, auf Wunsch 60 Hz

Tonabnehmersystem
Kristallsystem ELAC KST 9, auswechselbar, Gehäusekennfarbe rot/grün
mit auswechselbarer Duplo-Saphirnadel ELAC SNM 9 für Normal- und Mikrorillenplatten.

Das System ELAC KST 9 ist für Anschluß an hochohmigen Tonabnehmer-Eingang (Verstärkereingang) größer als 500 kOhm bestimmt.

Zubehör
Stapelachse SA 72
Spielerachse
Puck (Zenfrierstück für Platten mit 38 mm MiMelloch)
2 Halteklammern (für Stapelachse und Puck) mit Holzschrauben
1 Satz Befesfigungsteile
1 Einbauschablone
1 Bedienungsanleitung mit Garanfiekarfe

(auf besondere Bestellung)
Stapelachse SA 382 für Platten mit 38 mm Mittelloch

Mono-Abtaster
Kristallsystem ELAC KST 11, Kennfarbe rot
mit Mono-Saphirnadel ELAC SM 11, nur für Mikrorillenplatten

Kristallsystem ELAC KST 11 D, Kennfarbe rot
mit Mono-Diamantnadel ELAC DM 11 (Nadelhülse vergoldet)
nur für Mikrorillenplatten

  • Anmerkung : Kein Wort von Strereo ??


Da bei den Systemen ELAC KST 11 und KST 11 D die Mikro-Abtastnadel
im vorderen Teil der Feder sitzt (es gibt hier also nur eine Nadel), muß nach Einsetzen dieses Systems in den Tonarm der Saphir-Umschalter auf „N" gestellt werden und dort verbleiben, solange sich dieses System im Tonarm befindet.

Für die Lebensdauer der Saphir- bzw. Diamantspitzen kann keine Garantie geleistet werden, da sie einerseits vom Zustand der Schallplatten, andererseits von der sachgemäßen Handhabung und der richtigen Wahl des Saphirs für die jeweils abzuspielenden Schallplatten abhängt.

Bitte, überzeugen Sie sich durch Probespiel von der einwandfreien Beschaffenheit der Saphire. Je rechtzeitiger Sie den Saphir auswechseln, desto mehr schonen Sie Ihre Schallplatten. Wollen Sie alles ganz genau über den Saphirwechsel wissen, dann fordern Sie bitte den Prospekt Nr. 646 „Neuer Saphir - neuer Klang" von unserem Werk.
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