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Die Firma Telefunken war an der Entwicklung der Rundfunktechnik maßgeblich beteiligt.

Und neben den Sendeanlagen für Funk, Radio und Fernsehen hat Telefunken die Studiotechnik und die Magnetbandtechnik in ganz Europa geprägt. Rundfunk-, Fernseh- und Schallplatten- studios sowie die Aufnahmestudios waren bis in die 1980er Jahre weitgehend mit Telefunken Studiotechnik ausgestattet.

Telefunken hatte es auch geschafft, sinnvolle und vor allem "höchstwertige" OEM Produkte unter eigenem Namen zu vertreiben. Das waren ab 1935 unter anderen die legendären Neumann Kondensatormikrofone, bekannt als die Telefunken Flaschen.
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Hier kommt eine Eigendarstellung der Firma Telefunken

aus dem Jahr 1950, zusammengestellt in der (nach dem Krieg erstmalig) gerade neu herausgekommenen Telefunken Zeitung Nr. 87/88-1950.

Telefunken-Geschichte 1903 bis 1913

Früheres Telefunken Hauptwerk Berlin-Zehlendorf
  • 1903 Gründung der Gesellschaft am 27.5. durch Vereinigung der Vorläufergesellschaften bei der AEG (System Slaby-Arco) und Siemens u. Halske A.G. (System Prof. Braun). Übernahme deren wichtigster Patente (u.a. Pionierpatent des gekoppelten Senders). Beginn der Hochfrequenzmeßtechnik mit dem Wellenmesser. Erste Auslandslieferungen.
  • 1904 Einführung der losen Empfängerkopplung und des Zwischenkreisempfangs. Fahrbare Funkstationen im Herero-Feldzug und Kriegsschiffstationen im Russisch-Japanischen Krieg.
  • 1905 Reichspostbestellung der Küstenfunkstelle Norddeich. Eigene Küstenfunkstelle Montevideo. Aufträge aus der Türkei und aus Peru. Übergang vom Schreib- zum Hörempfang mit der elektrolytischen Zelle (Schloemilch).
  • 1906 Kristalldetektor nach Prof. Braun. Baubeginn der Versuchsstation Nauen. Telefonieversuche mit eigenem Lichtbogensender. Löschfunkensender nach Wien. Internationale Funkkonferenz in Berlin.
  • 1907 Entwicklung des tönenden Löschfunkensenders. Baubeginn des deutschen Küstenfunknetzes.
  • 1908 Allgemeine Einführung des Löschfunkensystems. Gründung der Abteilung „Internationaler Telefunkenbetrieb für den Seefunkverkehr".
  • 1909 Steigerung der Reichweite des 25-kW-Löschfunkensenders in Nauen auf 4000km.
  • 1910 Typisierung von Sendern nach Verwendungszweck und Leistung. Teilweise Einigung mit Marconi über den Seefunk.
  • 1911 Starke Aufwärtsentwicklung des Geschäftes. Hochfrequenzverstärkerpatent von v. Bronk. Verstärkung der Funkstelle Nauen auf 80 bis 100 kW. Erweiterte Auslandsfunknetze (Sayville bei New York und Cartagena in Columbien). Anlagen für Bredows Plan eines deutschen Auslandsfunknetzes. Gründung der „Deutschen Betriebsgesellschaft für drahtlose Telegrafie" (DEBEG) für den Seefunkverkehr und der Telefunken-Zeitung.
  • 1912 Fertigung von Lieben-Röhren, Vorführung der ersten Hochfrequenzmaschine (Graf v. Arco) auf der Internationalen Funkkonferenz in London. Bau eines Stationsnetzes in Niederländischindien. Die ersten Luftschiff- und Flugzeugstationen.
  • 1913 Beginn der Röhrenentwicklung. Erfindung der Rückkopplung (Meißner), die zur Erzeugung kontinuierlicher Schwingungen (Rückkopplungsempfänger und Röhrensender) führte. Funktelefone zwischen Nauen und Berlin. Erste Funkverbindung zwischen Nordamerika (Sayville) mit dem Löschfunkensender und Deutschland (Nauen) mit dem 11kW Hochfrequenzmaschinen-Sender über 6000km mit Verstärkung durch Lieben-Röhren. Baubeginn der beiden Großstationen in Togo und Deutsch-Südwestafrika sowie von vier Großfunkstellen in den Südseekolonien. Funkverbindung zwischen Neuseeland und Australien und quer durch Australien. Funkstellen an Bord des größten deutschen Dampfers „Imperator". Gemeinschaftsgründung der „Societe Anonyme Internationale de Telegraphie sans Fil" mit Marconi.

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Telefunken-Geschichte bis 1914-1918

  • 1914 Erste Hochvakuumröhre. Erste Funktelefonieanlage auf dem Dampfer „Vaterland".
  • 1915 Erste 500kVA Hochfrequenzmaschine in Nauen. Dauerverbindung zwischen Nauen und Sayville. Erste Röhrensender-Vorführung.
  • 1916 Erweiterung der Sendeanlage in Nauen. Heeres-Großstation Königs Wusterhausen. Großfunkstellen in Österreich-Ungarn (Pola, Deutsch-Altenburg) und der Türkei (Osmanie, Damaskus). Erster Peilempfänger. Autoalarmgerät für Schiffe. Fertigung der ersten Lautverstärkerröhre für den Fernsprechverkehr.
  • 1917 Großempfangsanlage und Versuchssender auf Java. Großfunkstelle Kreuznach für die Oberste Heeresleitung. Auslandsstationen in Mexiko (Chapultepec) und Japan (Funabashi). Lieferung von Röhrenempfängern mit Rückkopplung zum Empfang unmodulierter Sender.
  • 1918 Rahmenempfangsanlage mit Hochfrequenzverstärkung in Geltow. Fertigung von Senderöhren mit 10 und 500 Watt Ausgangsleistung. Gründung der „Drahtlosen Übersee-Verkehrs-Aktiengesellschaft" (Transradio).

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Telefunken-Geschichte bis 1919-1933

  • 1919 Wiederaufnahme des Übersee-Funkverkehrs durch Nauen. Europa- und Deutschland-Funkverkehr über die Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen und die Empfangsanlage Berlin-Zehlendorf. Bestellung von Großfunkstationen für Holland (Kootwijk) und Niederländisch-hdien (Malabar). Leitungsgerichtete Hochfrequenztelegrafle und -Telefonie längs Leitungen für den Post- und Elektrizitätswerks-Nachrichtenverkehr. Wassergekühlte Hochleistungsenderöhre (Rukop).
  • 1920 Erweiterung der Funkstelle Nauen durch einen zweiten 400kW-Maschinensender. Baubeginn der 400kW-Großstation „Monte Grande" (Argentinien) und der 25kW-Maschinensenderstation „Oslo". Lieferung von 10kW-Röhrensendern nach der Tschechoslowakei und nach Ungarn.
  • 1921 Telefunken gründet gemeinsam mit der „Marconi's Wireless Telegraph Company", der „Compagnie Generalle de Telegraphie sans Fil" und der „Radio Corporation of America" ein „Commercial Radio International Committee" (CRIC) zur Durchführung gemeinsamer Aufgaben. Osram übernimmt die Fertigung der Telefunken-Röhren. Peilgeräte für die See- und Luft-Navigation mit Drehrahmen.
  • 1922 Erweiterung der Funkstellen Nauen und Norddeich. Erster Schiffsröhrensender auf dem Dampfer „Cap Polonio". Presserundspruch aus Königs Wusterhausen.
  • 1923 Erweiterung von Nauen auf vier Maschinensender, Baubeginn der Maschinensenderstation „Prado del Rey" (Spanien) mit 150kW und „Torre Nova" (Italien) mit 400kW. Freigabe des deutschen Rundfunks. Erster deutscher Rundfunksender in Berlin. Reihenfertigung der ersten Rundfunkröhren. Hochfrequenztelefonieanlage über Leitungen im Bayern-Werk.
  • 1924 Beginn des Kurzwellenverkehrs. Kurzwellenverbindung auf einer Welle von 70m mit Argentinien. Ausbau von Königs-Wusterhausen. Langwellen-Richtempfangsanlage Geltow mit schwenkbarer Richtcharakteristik (Doppelgoniometer). Zeppelin-Luftschiffe mit Funksprechanlagen für Weitverkehr ausgerüstet. Versuche mit Schnell- und Bildtelegrafie sowie mit Fernsehen. Reihenfertigung von Rundfunkröhren mit Oxydkathode. Fertigung von Wasserkühlröhren in größerer Stückzahl. Einrichtung einer Verkaufsorganisation für das Rundfunkgeschäft.
  • 1925 Umstellung von Königs Wusterhausen und Norddeich auf Röhrensender. Zweiter 400kW-Maschinensender in „Monte Grande". Lieferung der Antennenanlage für die CRIC-Großstation „Santa Cruz" (Brasilien). Vermehrung und Verstärkung der deutschen Rundfunksender, Ausrüstung deutscher und ausländischer Flughäfen mit Funkanlagen. Sparröhren mit Thoriumkathode.
  • 1926 Betriebsmäßiger Kurzwellenverkehr von Nauen nach Argentinien, Brasilien, Vereinigte Staaten und Niederländisch-Indien. Telefonie- und Bildtelegrafie-Versuche mit Argentinien und Brasilien. 20kW-Röhrensender für die Funkstation „Torre Nova" (Italien).
  • 1927 Ausrüstung von Nauen mit 20kW-Kurzwellensendern. Richtantennen in Tannenbaumform für Sender und Empfänger. Verringerung des Kurzwellenschwundes durch modulierte ungedämpfte Wellen, Richtantennen-Mehrfachempfang und Hochfrequenzverstärkung im Empfänger. Quarzsteuerung von Sendern. Neuer „Deutschlandsender" (Langwellenrundfunksender) in Zeesen. Bildfunkverkehr Berlin-Wien. Dampfer „Cap Polonio" erhält als erstes Schiff Kurzwellensender. Auftrag auf 650kW-Maschinensenderstatioin für Japan (Nagoya).
  • 1928 Jubiläum: Telefunken 25 Jahre! Einführung des Funktelefonieverkehrs zwischen Deutschland und Argentinien. Fernkino und Fernseher mit Bildraster von 10 000 Punkten. Indirekt geheizte Empfängerröhren für Wechselstromnetzbetrieb. Vollnetz-Rundfunkempfänger. Einführung der ersten Gleichstromröhren mit 180mA Serienheizung. Senderöhren mit Thoriumkathode.
  • 1929 Funksprechverbindung Deutschland - Siam und - Java. Erste Kurzwellen-Rundfunksender in Zeesen. Ultrakurzwellen-Rundfunkübertragungen. Bildfunk-Gegenverkehr Nauen-Buenos Aires. Fernsehübertragung belebter Personenbilder. Kurzwellen-Großempfänger für transatlantischen Verkehr. Funkausrüstung für Dampfer „Bremen" und Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin". Hochfrequenz-Schirmgitterröhren und -Pentoden. Versuche mit Ultra-Kurzwellenröhren.
  • 1930 Funksprechverbindung Deutschland - Brasilien und - Japan. 60kW-Rundfunksender. Kurzwellen-Bildfunkübertragung Nauen-Nanking. Polizei-Kurzwellenfunknetz für Ungarn. Ultrakurzwellen im Eisenbahnrangierdienst. Größte Wasserkühl-Senderöhre mit 300kW Leistung. Endpentoden für Empfänger.
  • 1931 Übernahme der elektroakustischen Abteilungen von AEG und Siemens & Halske. Kurzwellen-Großempfangsanlage in Beelitz. Küstenfunkfeuernetz. Untersuchung der Ultrakurzwellen-Ausbreitung. Herstellung und Verwendung von Braunschen Röhren für den Fernsehempfang. Bau von Dioden und Duo-Dioden. Einführung des Schwund-Ausgleichs in Rundfunkempfängern. Beginn der Versuche mit Dezimeterwellen.
  • 1932 Übernahme der Transradio-Anlagen durch die Deutsche Reichspost.
  • 1933 Nahschwundarme Rundfunksendeantennen. 15kW UKW-Fernsehsender. Hartglasröhren für Kurzwellenbetrieb. Gründung der Telefunkenplatte G.m.b.H.

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Telefunken-Geschichte bis 1933-1945

  • 1934 Weiterer Ausbau von Nauen. Verstärkung von Rundfunksendern. Einführung der Anoden-B-Modulation mit hohem Wirkungsgrad (Kummerer). Fernsehempfänger mit Braunschen Röhren und 180 Bildzeilen. Peiler für die Luftfahrt. Zielflug- und Schlechtwetter Landungsanlagen. Einführung des Autoalarm-Gerätes in der Seeschiffahrt. Großlautsprecheranlagen auf dem Tempelhofer Feld. Einführung der Hexode und Hexode-Triode (Steimel). Schirmgittersenderöhren und Sendepentoden. Herstellung der ersten Kleinröhre auf Preßteller nach dem Glaslotverfahren. Baubeginn der Kurzwellensendeanlage Zeesen. Ausbau des Dezimeterwellen-Laboratoriums. Entwicklung von Magnetfeldröhren. Genormte Rundfunkröhren für Wechselstrom-, Gleichstrom-, Allstrom- und Batterie-Betrieb. 14kW-Ultrakurzwellen- Fernsehrundfunksender für Bild und Ton. Die ersten Heimfernsehempfänger. Dynamische Lautsprecher mit Nawimembran.
  • 1935 Kurzwellen-Großsenderanlage „Rehmate". Weiterer Ausbau deutscher Rundfunksender. Kurzwellenrundfunksender mit 50kW-Trägerleistung. Gleichwellenbetrieb der deutschen Großrundfunksender Berlin - Heilsberg - Breslau mit Quarzsteuerung und niederfrequentem Phasenvergleich. Speichernde Bildwandlerröhre. Fahrbarer Fernsehsender für die Deutsche Reichspost. Großbildfernsehempfänger. Funkausrüstung von Flughäfen mit Funknavigationsanlagen. Senderöhren mit indirekt geheizter Oxydkathode. Ausrüstung des Dampfers „Bremen" mit einer Kurzwellenanlage für Fernsprechverbindung mit dem europäischen und dem amerikanischen Fernsprechnetz.
  • 1936 „Olympiade-Kurzwellensender" mit 50kW-Trägerleistung und Hartglasröhren. Bestellung von 100kW- Großrundfunksendern für Berlin, Breslau, Hamburg, Köln und Stuttgart. Großeinsatz des Fernsehens und elektroakustischer Anlagen bei der Olympiade. Neue Luftschiff-Funkanlagen. Lieferung der ersten Richtverbindungsstrecke mit frequenzmodulierten Dezimeterwellen. Inbetriebnahme eines Einseitenbandsenders und -empfängers für den transozeanischen Funksprechverkehr.
  • 1937 Grundsteinlegung des Telefunkenwerkes Berlin-Zehlendorf (30. September). Bau des Gerätewerkes Erfurt. Modernisierung der Maschinensender in Nauen. Fahrbarer Rundfunk-Mittelwellensender für 60kW. Großrundfunksender für Schweden und Bulgarien. Kurzwellensender für den Vatikan. Im Fernsehen Übergang auf 441 Zeilen mit Zeilensprung. Lichtstarke Braunsche Röhren von 500mm Schirmdurchmesser. Die ersten Rückstrahlgeräte für Dezimeterweilen für Entfernungsmessung und räumliche Peilung. Repräsentative Telefunkenschau auf der Pariser Weltausstellung. Wasserkühlsenderöhren mit thorierter Kathode. Einführung der Telefunken-Stahlröhre. Abstimmanzeigeröhre.
  • 1938 Auftrag der Reichspost auf zehn 100kW Rundfunksender für Mittel- und Langwellen mit Zentralbedienung. 50kW-KurzwellensenderfürBrasilien, Iran und Siam. Mikrofon mit Kugelcharakteristik.
  • 1939 Übernahme des Röhrenwerkes von der Osram K. G. Inbetriebnahme des 500kW Deutschlandsenders in Herzberg. 100kW Mittelwellenrundfunksender Osterloog mit Richtstrahleinrichtung. Aufstellung von zwei Kurzwellensendern in Elmshorn und eines 50kW Kurzwellensenders in Rom. 20kW Mittelwellensender in Kabul (Afghanistan).
  • 1939 bis 1945 Vergl. den Bericht „Technische Entwicklung und Forschung bei Telefunken während des Krieges" (auf dieser Seite).

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