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Thorens HiFi-Nachrichten 1965

Dies war ein vierseitiger Flyer im A4 Format, der ohne Datum frei verteilt wurde. Dank Herrn Hasselbach ist auf fast jeder Publikation ein Eingangsstempel drauf.

Die Thorens-HiFi-Nachrichten werden in zwangloser Folge herausgegeben. Paillard Bolex GmbH, Abteilung Thorens, 8 München 23, Leopoldstraße 19

Der Verstärker - das Herz einer HiFi-Anlage

Mit dem Kauf einer HiFi-Anlage stellt sich die Frage nach dem richtigen Verstärker. Vor der Beratung durch den Spezialisten sollte sich der zukünftige Besitzer einer Anlage über seine Wünsche und Vorstellungen im klaren sein, denn feste Gegebenheiten, wie Raumgröße, Einfamilien- oder Mietshaus, und der Schwerpunkt der musikalischen Interessen sind in hohem Maße mitbestimmend für die Auswahl.

Allgemeine Vorführungen auf Ausstellungen und Messen
, die selten in einem geeigneten Raum stattfinden können, geben kaum Anhaltspunkte. Denn meist wird mit zu großer Lautstärke gespielt, und der allgemeine Lärmpegel ist viel zu hoch, um die Wiedergabe-Qualität kritisch beurteilen zu können. Deshalb ein guter Rat: Nachdem Sie sich einen allgemeinen Überblick über die für Sie in Frage kommenden Gerätetypen verschafft haben, besuchen Sie den Vorführraum einer Fachfirma oder kommen Sie in eines unserer Thorens-Studios.

Dort können Sie in Ruhe unter praktisch gleichen Bedingungen wie bei Ihnen zu Hause
die ausgewählten Geräte prüfen. Bringen Sie nach Möglichkeit einige Ihnen gut bekannte Schallplatten mit, deren Wiedergabe für Sie wirkliche Vergleiche bietet. Sie werden dann feststellen, daß ein wesentliches Kriterium für die Qualität einer HiFi-Anlage in der verzerrungsfreien Abstrahlung von Lautstärkespitzen liegt.

Diese Lautstärkespitzen erfordern einen Verstärker mit entsprechender Leistung.
Es ist also nicht etwa so, daß die kräftige Dimensionierung von HiFi-Verstärkern zwecks Erzielung großer Lautstärken gewählt wird. Sie hat einzig und allein die Aufgabe, die gesamte Ausdrucksskala eines Orchesters oder einer Solostimme vom feinsten Piano bis zum stärksten Forte verzerrungsfrei wiederzugeben.

Worauf es wirklich ankommt . . .

Ein Vergleich zwischen dem Klangvolumen eines Orchesters und der flachen Wiedergabe eines gewöhnlichen Radiogerätes zeigt Ihnen deutlich, worauf es bei einer HiFi-Anlage ankommt. Als Musikliebhaber und Besucher von Konzerten sind Sie mit den Feinheiten meisterhaft vorgetragener Musik vertraut. Wenn Sie nun das Erlebnis eines Konzertes mittels Schallplatte naturgetreu in Ihr Heim übertragen können, dann ist Ihre Anlage richtig ausgewählt. Die Lautstärke ist dabei von sekundärer Bedeutung. Welche Leistung notwendig ist, um dieses Klangvolumen zu erzielen, hängt neben der Größe des Raumes und seiner Möblierung, hauptsächlich vom Wirkungsgrad der Lautsprecher und ihrem zweckmäßigen Einbau ab.

Man verwendet heute hauptsächlich drei Gehäusetypen
: Hörn-, Baßreflex- und Direktstrahler, wobei besonders die geschlossenen Direktstrahler immer mehr bevorzugt werden.

Diese drei Typen benötigen für einen normalen Wohnraum
ungefähr 4,7 oder 12 Watt verzerrungsfreie Verstärkerleistung je Kanal. Wenn man bedenkt, daß sich das Angebot an HiFi-Verstärkern über Ausgangsleistungen von 10 bis 150 Watt erstreckt, wird hier schon klar, welche Bedeutung einer genügenden Leistungsreserve zur Vermeidung von Verzerrungen zugemessen wird.

Dazu spielt natürlich noch die Anpassung des Lautsprechers bei den verschiedenen Frequenzen im gesamten Hörbereich eine wesentliche Rolle. Als Richtlinie für Stereobetrieb in normalen Wohnräumen können Verstärker mit einer Ausgangsleistung von 10 bis40 Watt je Kanal angenommen werden.

Quad aus England

Quad-Endverstärker, Vorverstärker und die getrennten Rundfunkempfangsteile für UKW und Lang-, Mittel-, Kurzwelle bestechen neben ihrer Leistung durch die konsequente Bausteintechnik. Der Einbau in vorhandene oder neu zu schaffende Möbel wird dadurch wesentlich vereinfacht. Im Thorens-Konzertschrank (die hier gezeigte Ausführung in Resopal weiß matt mit verchromten Füßen undPlexiglasabdeckung sowie mitFach für Schallplattenablage)ergibtdie funktionsgerechte Zusammenstellung der drei links im Bild gezeigten Quad-Geräte zusammen mit zwei eingebauten Quad-Kraftverstärkern das ideale Tonstudio im  Heim mit getrennt aufgestellten  Lautsprechern.

Um allen diesen Forderungen entsprechen zu können, wählten wir für unser Thorens HiFi-Programm die besten Geräte führender Firmen aus Europa und
Übersee aus, wie Acoustical Quad, Sherwood und Mclntosh, die wir Ihnen im folgenden vorstellen:

Der dreiteilige Quad Stereo-Verstärker aus England (Anmerkung : es sind drei einzelne Geräte) wirkt in seinem Äußeren vornehm und elegant; die dickbauchigen Endröhren und die mächtigen Ausgangstransformatoren der Endstufen lassen die Leistung ahnen. Der Vergleich der angegebenen Leistung von 15 Watt mit der vom Gerät tatsächlich abgegebenen von über 20 Watt zeigt seriöse Zurückhaltung. Auf Grund der konsequent durchgeführten Bausteintechnik lassen sich die einzelnen Geräte an dem für Betrieb und Bedienung günstigsten Platzelegant unterbringen. Der Thorens HiFi-Konzertschrank ist ein praktisches Beispiel dafür, wie sich aus der logischen Anordnung ein klares, bestechend schönes Möbelstück in moderner Form ergibt.
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Im Thorens-Konzertschrank sind links vom Plattenspieler (Abbildungen von oben nach unten) ein Stereo-Steuerverstärker Quad 22, ein Lang-Mittel-Kurzwellen Tuner Quad AM und ein UKW Tuner Quad FM zur Bedienung des Gerätes eingebaut.

Sherwood aus USA

Sherwood S 7700 II

Die Firma Sherwood in Chicago ist das jüngste Unternehmen dieser Gruppe. Eine fortschrittliche Konstruktionsabteilung und modernste Fertigungsmethoden machten Sherwood zu dem sich am schnellsten entwickelnden Hersteller unter den HiFi-Firmen. Im Gegensatz zu Quad baut Sherwood in erster Linie Kompaktgeräte, das heißt, alle Komponenten mit Ausnahme der Lautsprecher sind zu einer Einheit zusammengefaßt. Diese Bauform ist für die freie Aufstellung auf Möbeln oder in Bücherregalen und bei beschränkten Platzverhältnissen sehr praktisch.

Sherwood S 7700 II, Stereo-Verstärker und Stereo-UKW-Empfangsgerät
mit Mittelwellenteil, Ausgangsleistung 2x40 Watt. Damit lassen sich auch sehr stark gedämpfte Lautsprecherboxen betreiben. Durch die hohe Empfindlichkeit des UKW-Teils von 0,95 uV bei 20 dB Rauschabstand ist besonders in Verbindung mit einer Dach-UKW-Antenne ein Empfang von weiter entfernt liegenden Stationen möglich.

Auch in technischer Hinsicht ist durch die verbundene Anordnung
von Vorverstärker, Endverstärker und Radioempfangsvorsatz auf einem Chassis die bestmögliche gegenseitige Abstimmung der Geräte gegeben. Die Abführung der größeren Wärmeabstrahlung eines Kompaktgerätes wurde von den Entwicklungsingenieuren einwandfrei gelöst. Die aus der Nachrichtentechnik übernommenen Endröhren mit dunkelglühendem Heizfaden sind schräg in einer Abschirmkammer untergebracht, deren besondere Form die Wärmeabführung durch Luftzirkulation ermöglicht.

Mclntosh aus USA

Mclntosh - ein Name mit Klang und Tradition. Seit 1947 wurden Mclntosh-Verstärker mit einer Gesamtausgangsleistung von weit über 1 Million Watt hergestellt. In dieser Niederfrequenzleistung von 1.000.000 Watt sind rechnerisch weniger als 10 Watt Klirrfaktor und weniger als 1/1oo Watt Rauschen enthalten! Ein überzeugenderer Beweis für Spitzenklasse dürfte kaum möglich sein. Bei einem Vergleich verschiedener Verstärker ist die Höhe des Klirrfaktors einer der wichtigsten Punkte. Damit erklärt sich die eindrucksvolle Überlegenheit in der Musikwiedergabe durch Mclntosh Verstärker im Gegensatz zu anderen Geräten.

Hier schuf intensive Forschung, verbunden mit höchster Präzision in der Verarbeitung Hochleistungsgeräte, die von allen bekannten HiFi-Verstärkern den niedrigsten Klirrfaktor bei voller Leistung über den gesamten hörbaren Niederfrequenzbereich garantieren. Was das bedeutet, weiß eigentlich nur der Techniker zu würdigen. Dem anspruchsvollen Musikfreund aber beweist es das Ohr: Bei einem Mclntosh-Verstärker gibt es keine kritischen Stellen. Die Wiedergabe gleicht über das gesamte Tonspektrum so weitgehend der Originaldarbietung, wie das mit keinem anderen Verstärker zu erreichen ist.

Der Mclntosh MX 110, Stereo-Vorverstärker mit organisch eingebautem Stereo-UKW-Empfangsteil. Mit einem elektronischen Schaltkreis wird das Gerät bei Empfang von Stereosendungen automatisch auf Stereobetrieb umgeschaltet, und im Skalenfeld leuchtet die Anzeige MPX-Stereo auf. Während des Empfanges wird dadurch angezeigt, wenn eine eingestellte Station auf Stereo umschaltet, und bei der Stationssuche sieht man sofort, welcher Sender gerade ein Stereoprogramm ausstrahlt.

Mclntosh MC 275, Stereo-Endverstärker mit einer Ausgangsleistung von 2 mal 75 Watt. Der verwendete Ausgangstransformator ist eine weiterentwickelte Version des patentierten Mclntosh-Schaltungsprinzips.

Die drei Primärwindungen sind trifilar gewickelt und ergeben eine Vergrößerung des Frequenzbereiches auf 16-60000 Hz bei voller Ausgangsleistung. Mittlerer Klirrfaktor liegt unter 0,1%.

Neue Tonabnehmersysteme nach internationaler Norm
Abtastwinkel 15° vertikal und elliptischer Abtaststift

Elliptischer Abtaststift

Hauptsächlich bedingt durch den Schallplattenaus- tausch in der ganzen Welt, haben sich die führenden Schallplattenhersteller entschlossen, den Normvorschlag der Fachverbände Amerikas und Europas RIAA, EIA und DIN anzunehmen und einen einheitlichen Schneidwinkel von 15° einzuführen. Die bei ungleichem Schneid- und Abtastwinkel bisher noch vorhandenen Intermodulations- und harmonischen Verzerrungen können dadurch in Zukunft merkbar reduziert werden.

Rechts die Vergrößerung eines modernen elliptischen Abtaststiftes, wie er sich auch in den neuen Pickering-und Stanton-Tonabnehmersystemen befindet. Die Feinpolitur erstreckt sich nur auf die Nadelspitze, da die Eintauchtiefe kaum größer als 1/-1o mm, von der äußersten Spitze an gerechnet, ist. (Aufn. des Laboratoriums für Elektronenmikroskopie im Auftrag der Zeitschrift »HiFi Stereophonie«.)

Die Firmen Pickering und Stanton haben sich dieser Situation rechtzeitig angepaßt und bringen als Neuentwicklung unter der Bezeichnung V-15 ihre superleichten Systeme mit 15°-Abtastung. Die Verringerung des Gesamtgewichtes der neuen Systeme durch die »Mikro-Magnet«-Technik von 8 auf nur 5 Gramm gibt die ideale Ergänzung zu den hochwertigen Tonarmen mit ihren niedrigen Masse-Gewichten. Mit dem elliptischen Abtaststift wurde ein bedeutender Schritt zur Vervollkommnung der Schallplattenabtastung getan. Das Schneiden der Plattenmatritze wird mit einem dreieckigen Schneidstichel mit geraden Kanten vorgenommen.

Schematische Darstellung der Wirkungsweise eines Schneidstichels links, eines modernen elliptischen Abtaststiftes in der Mitte und eines bisher verwendeten kugelförmigen Abtaststiftes.

Die Abtastung in der Rille kann um so genauer erfolgen, je exakter die Form der Abtastnadel mit derjenigen des Schneidstichels übereinstimmt. Jede Abweichung der Abtastnadel von der mit dem Stichel gezogenen Rillenform führt zu harmonischen Verzerrungen, besonders bei hohen Tönen, wenn die runde Spitze der bisherigen Systeme den starken Rillenkrümmungen nicht mehr genau folgen kann. Der elliptische Abtaststift hat die Form eines langgezogenen Ovals. Er wird so ausgerichtet, daß die längere Achse quer zur Plattenrille liegt und die kleinen Endverrundungen der Schmalseite als Kontaktstellen für die beiden Flanken der Plattenrille dienen. Die Gefahr einer Berührung des Rillenbodens und mit den dort eventuell haftenden Ablagerungen wird durch die breite Querfläche sicher vermieden.

* Beratung und Vorführung auch in den Thorens-Studios:

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  • 8 München 23, Leopoldstraße 19, Telefon 361221;
  • 6 Frankfurt a.Main, Neue Mainzer Straße 8-12, Telefon 2851 38;
  • 5 Köln a. Rhein, Am Hof 16, Telefon 216398;
  • 46 Dortmund, Elisabethstraße 7 (Tovenrath KG), Telefon 525264;
  • 3 Hannover, Rumannstraße 10 (Tonstudio Bach), Telefon 28900;
  • 1 Berlin 15, Fasanenstraße 26 (Lissner-Electronic), Telefon 91 71 49,91 9547
  • 4 Düsseldorf, Bendemannstraße 9 (Dahm), Telefon 35 70 57
  • 2 Hamburg 1, Lindenstraße 15 (Hüls), Telefon 2411 01

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Das ist ein Artikel aus 1965, also bitte nicht mehr anrufen.


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