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Meine Story zu Hans Deutsch und seinen Boxen

von Gert Redlich im Dez. 2013 - Über Hans Deutsch und seine speziellen Boxen gibt es nur noch wenige Informationen im Internet.

Ein Teil seiner Historie wird aber immer wieder "sehr verklärt" oder nur näherungsweise dargestellt. Dazu muß ich etwas ausholen. Als ich in den Jahren 1966 und 1967 meine ersten ernsthaften Gehversuche im Hifi-Bereich im Frankfurter Bieberhaus - ganz hinten am Ende der "Zeil" - machen durfte, wurde das damalige gläserne Hifi-Studio von einem echten Bayer namens Josef Wetz geleitet bzw. betreut. Aus bestimmten Gründen mußte ich nach vielen Monaten dort abtreten, (mein Ausbilder von der Bundespost hatte mich gesehen und war stinke sauer, mit welchem "Unsinn" ich meine kostbaren Samstage dort verplempere . . . . . ).
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Frühjahr 1982

Der Virus war aber eingepflanzt und ich besuchte viele Hifi-Messen, aber auch viele der neu gegründeten Hifi-Studios und machte mich dann selbständig. Und ich stellte mit meiner damaligen Elektroakustik Neugründung (Studio-Ton) auch auf Frankfurter Messen aus, vor allem auf der IKHOGA, der "Internationalen Konditorei- Hotel- und Gaststätten"- Messe. Diskotheken, Cafes und Gaststätten waren meine erste Zielgruppe.

In der Ziwschenzeit (vermutlich Anfang 1968) hatte auch Josef Wetz das Bieberhaus verlassen und sich als "J.W. Audio" Systeme, später als "JWS" selbständig gemacht und noch später die Vertretung der japanischen Firma "Audio Technica" übernommen.
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Ob das Audio Technica Geschäft wirklich gut lief oder nur so plätscherte, ist nicht mehr bekannt. Jedenfalls nahm J.W. oder JWS laut der Anzeigen aus der 1972er und 1973er Hifi-Stereophonie neben allem möglichen Klimbim auch Lautsprecher in den Vertrieb auf.

Auf diesem Weg ist Josef Wetz sicher über den Hans Deutsch gestolpert
. Hans Deutsch war von Hause aus Musiker und auch von der Begabung her teilweise Ingenieur oder Konstrukteur. Und in manchen Eigenschaften ähnelt er dem ex-Braun und ex-CANTON Mann Wolfgang Seikritt.

Fachlich und vor allem vom Gehör waren Deutsch und Seikritt beide wirklich gut, auch beim Umsetzen der (eigenen) Qualitätsansprüche irgendwie in solch einen Holzkasten hinein, den wir Lautsprecher nennen.

Doch beides waren sicher sehr sympatische nette und liebe Idealisten, die mit der harten Wirklichkeit, nämlich der Kalkulation und der Werbung und dem Vertrieb auf Kriegsfuß standen. Das wollte bestimmt JWS alias Josef Wetz übernehmen. Die Theorie klang sicher gut und so wurde die Firma Atlantic gegründet.

Deutsch brachte seine Kunst und seine Verbindungen ein und JW brachte das bislang erlernte Vertriebs Knowhow ein.
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Die Probleme waren vorprogrammiert :

Es kam zum weltbekannten "Steve Jobs" Knall. Als der Computer Pionier - also die Firma Apple - vor vielen vielen Jahren fast pleite war, holte Steve Jobs den vermeintlichen Retter von Pepsi Cola, den erfolgreichen Star-Sanierer John Scully. Und John Scully war knallhart, als er merkte, was in dem "Laden" abging. Er feuerte nach genau 4 Wochen "den Irren", der alles blockierte, aus seinem eigenen Laden, er feuerte Steve Jobs.

So oder so ähnlich muß sich das Verhältnis von J. Wetz zu H. Deutsch entwickelt haben, als man dann mal ein paar Wochen zusammen gearbeitet hatte.

Jedenfalls hat mir auf einer der Audio-Messen zwischen 1976 und 1978 ein ganz trauriger deprimierter Hans Deutsch, den ich bis dahin ja nicht kannte, seine Version der "Erfolgs-" Geschichte erzählt. Er würde ganz tolle hocheffiziente Boxen bauen. Bei mir auf meinem Stand standen damals jede Menge Bose 800 Boxen.

Wir kamen nämlich im Gespräch durch Zufall auf meine Zeit im Bieberhaus zu sprechen und ich lobte einen Josef Wetz, der mir damals alles sehr genau erklärt hatte und mich quasi herangezogen hatte. Als der Name Josef Wetz fiel, wurde er ärgerlich und sauer und schimpfte, der habe ihm seine Firma gestohlen, geklaut mit ein paar linken Tricks.

Übrigens ist nach wenigen Jahren auch Wolfgang Seikritt bei CANTON wieder "ausgeschieden", ob im Einvernehmen oder im Knartsch, ist nicht bekannt - und hat seine eigene Firma AXIOM eröffnet. Auch der BRAUN Entwickler Petrik, der Nachfolger von W. Seikritt bei BRAUN, ist dort wieder ausgeschieden und hat seine eigene Firma ACRON gegründet.

Wenn es nicht funktioniert, zieht jeder alle Tricks

Und J.W. hatte die besseren Karten, denn mehrere Boxen waren fertig produktionsreif entwickelt und so erhöhte er vermutlich das Stammkapital der Firma, wobei aber Hans Deutsch die Tragweite solch einer Aktion gar nicht verstanden (kapiert) hatte.

Und so war Hans Deutsch irgendwann - vermutlich sogar recht schnell - nur noch Minderheitsgesellschafter und damit draußen vor der Tür, wie Steve Jobs auch.

Steve Jobs hatte sich damals sicher so sehr (über seine eigene Dusseligkeit) geärgert, daß er sich sein finales Kebsleiden eingefangen hatte. Er konnte aber nach 15 Jahren das Ruder wieder rum werfen und noch einmal fast 5 Jahre lang gigantische Erfolge feiern - den Krebs wurde er aber nie mehr los.
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Daß das mit der ATLANTIC ohne Hans Deutsch nur ein paar wenige Jahre gut gehen würde, bis "der Markt" davon erfahren hätte, war klar. So wurden mehrere Jahre nach der "Trennung" weiterhin Atlantic Boxen "von Hans Deutsch" angepriesen, jedoch nicht fortentwickelt.

Und irgendwann sind dann auch keine Anzeigen mehr gesehen worden.

Man könnte fast wie im Märchen weiter machen:

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann . . . . . . .
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