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Viele jüngere Wessis haben gefragt, wie war das damals mit der DDR und den Hifi Geräten dort drüben ?

Das kann ich natürlich nur aus meiner Sicht beschreiben. Auch auf die Gefahr hin, wieder wie damals 2009 im Magnetbandmuseum wochenlang von ex Ossis angefeindet zu werden, das mit Hifi in der DDR war aus unserer Sicht ziemlich "mau".

Bis in die späten 1970er Jahre
bekamen wir im Westen fast überhaupt nichts mit von irgendwelchen Anstrengungen, "drüben" den Menschen konservierte Musik in besserer Qualität zugänglich zu machen. So etwas war nicht ein"geplant". Die doch recht bescheidene Qualität eines bei uns bereits ausgemusterten Grundig TK 14 Bandgerätes (unterste Qualitätsstufe im Westen) musste als moderner fortschrittlicher Lizenzbau aus Polen für die Masse der DDRler ausreichen.

Wir wußten, daß manche Geräte
von Neckermann und Quelle und Bruns von "drüben" kamen. Aber das war eine traurige Qualität. Was Neckermann sich dabei gedacht hatte, uns als Kunden so zu "verkackeiern", ist mir heute immer noch schleierhaft. Nun ja, inzwischen (in 2012) ist Neckermann mit allen seinen Subfirmen und Zweigen endgültig Geschichte (pleite). Von Quelle Versandhaus redet bei uns nach der Karstadt-Pleite auch fast niemand mehr. Die gibt es aber irgendwie noch.

So nach und nach kommen aus unseren Ossi Quellen
die Informationen bröckchenweise "rüber". (Die Mauer ist ja weg, die aus Stein jedenfalls - also wo ist jetzt "drüben" ?) Dort drüben im Ossiland gab es schon Bemühungen, Hifi Geräte zu entwickeln und zu produzieren, sogar in attraktivem westlichem Design. Von den wenigen guten und ehrlichen Bekannten höre ich aber inzwischen - wertfrei erzählt - von den damaligen immensen Schwierigkeiten, die Bauteile für solche Geräte auch in Produktionsstückzahlen zusammen zu bekommen.

Natürlich freuten sich die ostdeutschen Entwickler tagelang, wenn sich die Westler in Leipzig intensiv für diese neuen Entwicklungen interessierten. Doch sobald die Wessis dann mit einem Auftrag gewunken oder gar gedroht hatten, brach die Freude in der Realität der Mangelwirtschaft wieder in sich zusammen. So konnten auch einem motivierten Ossi die Tränen kommen.

Sie (da drüben) wußten schon, was Qualität ist.

Der Ostberliner Rundfunk hatte estaunlich gute Studio-Bandmaschinen aus der eigenen Ost-Produktion und aus Ungarn, dazu auch Studio-Verstärker und Studio-Lautsprecher. Die waren denen im Westen absolut ebenbürtig. Natürlich waren die vorhandenen Stückzahlen an ganz wenigen Händen zu zählen, denn es gab ja nur den Rundfunk in Ostberlin und das Fernsehen in Adlershof, beinah wie vor 1945 den Reichsrundfunk. Da hatte sich fast nichts geändert.

Ich habe sie dann alle im Fundus des Postmuseums hier bei uns in Ffm-Heusenstamm bewundert. Dort sind sie fast alle mitsamt den damaligen Fernseheinrichtungen eingelandet. Bilder finden Sie im Magnetbandmuseum und im Fernsehmuseum. Auch die Klassikaufnahmen der großen Konzerte in Dresden (vom Gewandthausorchester - vor der Wende 1989) waren von exzellenter Qualität.

Und auch die Mikrofone von Neumann / Gefell waren und sind wirklich edel. Nur, die guten Vinyl-Platten der DDR konnte man nur beiuns im Westen kaufen. Der Murks und Ausschuss an Vinyl-Scheiben wurde "im eigenen Lande" angeboten. Es gab ja sowieso fast keine Hifi-Plattenspieler. Ein Dual 1019 oder gar ein DUAL 1219 war einfach ein unerfüllbarer Traum für einen Ossi.
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Es gab überhaupt keinen Zugang zu klassenfeindlichen Hifi-Produkten

Nach den Gesprächen mit Ossis der Baujahre 1945 bis 1955 war an amerikanische Hifi-Anlagen oder auch nur an einzelne Hifi-Geräte - selbst mit diplomatischem Status - nicht heranzukommen. Das war einfach tabu.

Es gibt auch keine Aussagen darüber, was mit jemandem passiert wäre, der eine Plattenhaussiedlung mit einer richtigen 2 x 100 Watt Edel-Hifi-Anlage und Elvis Pressley beschallt hätte. Zumindest Ginger Bakers Trommel-Solos hätten die Platten zum Vibrieren und vermutlich zum Einsturz gebracht.

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