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Warum kauft ein erwachsener intelligenter Mann einen 6.000 Euro "Dreher" ?

"Ich warte jetzt geschlagene 2 Stunden ......"
"Sag mal, gehts noch, tickst Du noch richtig ?"

Es muß doch einen Grund geben, warum das Gehirn ausgeschaltet wird und gegen jedewede Vernunft ein Plattenspieler für so viel Geld (sofern es denn überhaupt da oder verfügbar ist) ins Haus muß und putzen darf ihn weder die (Ehe-) Frau noch die Hausangestellte, er könnte ja verkratzt werden.

Es muß also etwas ganz Besonderes da im Kopf vorgehen, das sich den realen Betrachtungen entzieht. Und es muß nicht unbedingt krank sein, es kann aber so den Umsatz der Psychologen verbessern oder retten.

In einer Fachzeitschrift hatte ich es irgendwann mal gelesen, Männer haben ein erstaunliches Erinnerungsvermögen an Erlebnisse, an Wunschtäume und an "Sachen", die den Frauen entgehen. Bei einer bestimmten Generation nach dem 2. Weltkrieg war es die vielzu oft unerschwingliche oder unerreichbare Modelleisenbahn, ein Wunschtraum aller Jungs von 8 bis 14 Jahren. Das war aber so um die 1960er Jahre, als es der Firma Märklich (der Konkurs kam erst nach 2000) und Fleischmann und Trix und wie sie ale noch hießen - noch richtig gut ging.

Auch ich hatte als 8 jähriger Junge Tränen in den Augen, als mein Vater mir sagte, das sei (in unserer Familie) selbst für Weihnachten zu teuer. Als ich dann 14 Jahre alt war, bekam ich endlich (m)eine Märklin Lokomotive als Bausatz geschenkt, eine preiswerte Elok, eine E41, der Bausatz war nämlich mit 19.- DM genau 6 Mark günstiger als das fertieg Modell.

Inzwischen sind die kleinen Buben von damals richtige alte Männer geworden, teilweise erfolgreich, teilweise auch weniger. Mit der Märklin Eisenbahn kann man heute keinen mehr locken, aber ein Plattenspieler mit mindestens 28 Kilo Gwicht, das beeindruckt die Schulkameraden von damals (und die Freunde und Nachbarn von Heute) ganz bestimmt.
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Doch der "Ruhm" ist vergänglich.

Mit einem großen Schmunzeln im Gesicht mußte ich zum Ende 2016 feststellen, der 6.000 Euro "Dreher" ist out, der 1.000 Euro 3D Drucker ist in. Und seitdem der ersehnte 3D Drucker nur noch 160 !!! Euro kostet, hat ihn "fast" jeder und druckt sich seine geträumten alten Märklin Lokomotiven und Waggons einfach selbst.

Daß dabei jede Menge an Plastik (wir EDV Menschen nennen das Filament) vor die Hunde geht, weil die ersten (3D gedruckten) Lokomotiven nach 12 oder mehr Stunden Druck bei weitem nicht nach Märklich aussehen, ist eine ganz andere Sache. Es ist aber wie bei dem Abhören von alten verkratzten und abgehobelten 33er LPs - und klingen sie noch so grausam, es macht einfach Spaß.

So ist das mit der Psyche der Männer . . . . . .
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