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Tests waren für "Newcomer" enorm wichtig, auch schon 1977

Und so haben wir mehrere Tests teils nur als Fotokopien vorliegen.

  1. Hifi-Stereophonie Sept 1977
  2. Stereo (Stereo-Lab) 1977 ??
  3. Fonoforum Sept. 1977
  4. hifi & tv in Juni 1977

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In jedem"Test" steht im Vorwort etwas mehr über die Firma SETTON und deren Hintergründe.

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Prächtige HiFi-Staatskarosse

SONDERDRUCK aus "hifi&tv" - radio fernseh händler - JUNI 1977
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Das „trinationale" Steuergerät SETTON RS 440

Wie schon im letzten Heft von „hifi& tv" nachzulesen, ist der internationale HiFi-Markt um hochwertige neue Produkte mit dem Namen „Setton" bereichert
worden, an deren Zustandekommen Spezialisten aus drei verschiedenen Nationen mitgewirkt haben. Dem größeren der beiden jetzt schon in den Handel gekommenen Steuergeräte gilt dieser Bericht.

Schon der erste Blick auf die massive Metallfrontplatte mit ihren professionellen Handgriffen und ihren repräsentativen Maßen 54 x 17cm verrät die kompromißlose Qualität, die bei diesem Gerät von den Herstellern angestrebt
wurde.
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  • Anmerkung : Der Autor Joachim Stiehr spricht von der Mehrzahl "von den Herstellern", das ist sonderbar.

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Und deutlich schlägt bei den ovalen Tastenschaltern und den entsprechenden Verzierungen an den insgesamt sieben Drehknöpfen die Handschrift des französischen Formgestalters durch, die man z. B. auch bei den Geräten der französischen Firma ESART wiederfindet.
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Alles aus massivem Metall

Selbstredend sind auch alle genannten Bedienungsorgane aus massivem Metall. Von „technischer Ästhetik" zeugen die dezente Beleuchtung des Skalenfelds und die zarte Lilatönung der dicken Glasplatte, die sich fast über die gesamte Breite der oberen Frontplattenhälfte hinzieht.

Die Bedienung auf der Fontplatte

Unterhalb dieser Platte finden wir eine Reihe kleiner ovaler Leuchtfelder. Dasjenige ganz links fungiert als Betriebsanzeige, während die anderen sechs die fünf schaltbaren Programmquellen Phono, UKW, MW, AUX 1 und AUX 2 sowie eine UKW-Stereo-Sendung signalisieren.

Eine Besonderheit des RS 440 ist das mit „Security Panel" bezeichnete Anzeigenfeld rechts vom Senderwahlknopf: Die Anzeige „Heat" leuchtet bei thermischer Überlastung des Verstärkerteils auf, während die mit „Clipping" bezeichnete in Aktion tritt, wenn der Verstärker seine absolute Leistungsgrenze zu überschreiten beginnt.

Die Anzeige „Protection" schließlich signalisiert einen Kurzschluß oder einen wesentlich zu geringen Widerstand in der Lautsprecherleitung. Weiteren Schutz bietet das eingebaute Verzögerungsrelais, das erst nach etwa 3sec „Aufbauzeit" (Stabilisierung der Betriebsspannung) die Endstufen auf die Boxen schaltet und so unter anderem das störende Einschaltgeräusch in den Lautsprechern verhindert.

Maximal drei Boxenpaare lassen sich an das Gerät anschließen und über den der Kopfhörerbuchse (ganz links) benachbarten Drehwähler schalten. Er hat die Positionen Boxenpaar A, B und C sowie Paare A + B, A + C und Kopfhörer allein.

Zu beachten ist, daß bei gleichzeitigem Betrieb zweier Boxenpaare die Impedanz jeder Box mindestens acht Ohm betragen muß.
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Die Filter und Regler

Dem Boxenwahlschalter schließt sich die Taste für das Rauschfilter an, das mit einer Dämpfung von etwa 10dB bei 10kHz für „europäische Geschmäcker" etwas tief ansetzt. Als exakt gehende Mehrstufenschalter (mit je fünf Anhebungs- und Absenkungsschritten) sind die drei Klangregler des RS 440 ausgeführt. Zu ihnen gehört ein Mittenregler (Scheitelfrequenz etwa 1 kHz), der sich als besonders geeignet für den Ausgleich akustischer Unregelmäßigkeiten des Hörraums erweist.

Damit jedoch noch nicht genug des schaltungstechnischen Aufwands: Mit je einem Schalter läßt sich die Einsatzfrequenz des Tiefenreglers von 500 Hz auf 250 Hz und die des Höhenreglers von 2,5 kHz auf 5 kHz verlegen. Diese Änderungen bewirken, daß beim Einstellen von Tiefen und Höhen die Mitten auf keinen Fall mehr mitgenommen werden. Mit der dem Höhenregler benachbarten Taste läßt sich das gesamte Klangregelnetzwerk abschalten.

Auf die sich anschließende Stereo/Mono-Taste folgt diejenige für die Einschaltung der gehörrichtigen Korrektur der Lautstärkeregelung. Leider wirkt die dabei eintretende Baßanhebung reichlich stark - eine Konzession an den „amerikanischen Hörqeschmack" ?

Ein technischer Leckerbissen ist der großformatige Lautstärkeregler, der als fast schon professionell wirkender Stufenschalter mit insgesamt 41(!) Positionen ausgeführt ist. Wie eine Kontrolle über Kopfhörer ergab, ist ein Kanalgleichlauf über den ganzen Bereich hinweg hervorragend.

Hinter dem Lautstärkeregler angeordnet, diesen jedoch erfreulicherweise nicht „mitnehmend", ist der in Mittenposition leicht rastende Balanceregler. Dem Doppelregler schließen sich die Monitortasten für die beiden am RS 440 zu betreibenden Bandgeräte an. Sind die Geräte entsprechend (mit drei Köpfen) ausgelegt, so ist Hinterbandkontrolle möglich. Wenn beide Monitor-Tasten gedrückt sind, kann direkt von Bandgerät A auf Bandgerät B überspielt werden.

Die Tasten wirken also unabhängig vom Programmwahlschalter, der ungewöhnlich exakt rastet und der außer den fünf schon erwähnten Positionen noch eine mit „MPX FIL" bezeichnete hat. Sie läßt ein Stereo-Filter wirksam werden, das beim Empfang schwacher Stereo-Sender das Rauschen verringert, ohne dabei jedoch - und dies ist positiv zu vermerken - die hohen Tonfrequenzen zu beschneiden.
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Weitere Besonderheiten

Ein weiteres „Sonderangebot" hält das Gerät in Form einer Klinkenbuchse für den Anschluß eines Stereo-Mikrofons (oder - über ein Adapterkabel - deren zwei) bereit. Ein der Buchse zugeordneter kleiner Regler legt den Pegel fest, mit dem die Einblendung der „Mikrofondurchsage" in das laufende Programm erfolgen soll.

Schließlich sind als Extras noch die beiden Tasten unterhalb des Skalenfelds etwa in der Mitte der Frontplatte zu erwähnen. Mit der einen kann der Ausgangspegel bei allen Frequenzen um 20dB (also auf ein Zehntel) abgesenkt werden.

  • (Anmerkung : Übrigens gibt es diesen 20db Schalter beim 5 Jahre späteren Revox B251 Vollverstärker auch.)


Die andere schaltet die UKW-Stillabstimmung (Muting) zur Unterdrückung des Zwischenstationsrauschens bei der Senderwahl. Daß sie dies im ausgelösten Zustand tut, bedarf der Gewöhnung.
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Die " Erprobung"

Der Skalentrieb des RS 440 geht hervorragend leicht und ohne das geringste tote Spiel.

Bei der Erprobung erwies sich die Eichung der UKW-Skala als überaus genau: zudem ist die Skala (im Gegensatz zur Mittelwellen: Skala) sehr gut unterteilt.

An einer derart sorgfältigen Auslegung können sich viele Geräte auch höherer Preisklassen wirklich ein Beispiel nehmen. Wie es sich für ein Gerät dieser Klasse (Preis im Handel knapp 2.000.- Mark) gehört, arbeitet das RS 440 mit zwei Abstimmanzeigen. Die Feldstärkeanzeige (links) ist annähernd logarithmisch ausgelegt. Sie erbringt also schon einen gewissen Zeigerausschlag bei schwach hereinkommenden Stationen, erreicht aber erst bei sehr starken Antennensignalen ihren Vollausschlag. So läßt sich recht gut mit einer Rotorantenne arbeiten. Die benachbarte Kanalmittenanzeige bleibt auch nach längerer Betriebszeit ziemlich genau stehen.

Ein Blick „hinter die Kulissen" zeigt das von in Japan gefertigten Geräten gewohnte Bild: Die Eingänge liegen in Form von Cinch-Buchsen vor, während die Boxenausgänge an solide und kontaktsichere Schnappklemmen geführt sind.

Gleichwohl fallen dem aufmerksamen Betrachter einige Besonderheiten auf: Es sind zusätzliche Anschlüsse für eine 75-Ohm-Koaxialzuleitung der UKW-Antenne und für ein DIN-Tonbandkabel vorhanden. Die Empfindlichkeit des Phono-Eingangs ist von 5mV auf 2,5mV umschaltbar, und schließlich ist das Netzkabel steckbar ausgeführt, was den Tester angesichts seiner vielen „innerbetrieblichen Transporte" besonders lobenswert dünkt.

Vorverstärkerausgang und Endverstärkereingang sind beim RS 440 leider nicht getrennt zugänglich.

Der Empfang

Die Leistungen des Geräts halten, was sein vorstehend beschriebenes Äußeres verspricht. Die UKW-Eingangsempfindlichkeit ist zwar nicht extrem hochgezüchtet, aber gut gewählt.

Ausgezeichnet ist - und dieser Punkt ist ja noch wichtiger - der günstige Verlauf der Rauschabstandskurve, so daß die optimale Störgeräuschfreiheit (65dB bei Stereo schon bei mittelstarken Antennensignalen erreicht wird. Zwischen 100 Hz und 6 kHz bleibt der Klirrgrad (bei Stereo) unterhalb 0,4 Prozent. Die für unsere Verhältnisse interessierende 300kHz-Trennschärfe von über 70dB ist als sehr gut zu bezeichnen. Am breiten Übertragungsbereich (-2dB erst bei 15 kHz) und an der sauberen Kanaltrennung (über 40dB bei 1 kHz) ist ebenfalls absolut nichts auszusetzen. Das Klangbild bei UKW steht denn auch dem eines Spitzentuners durchaus nicht nach.

Der Verstärkerteil

An der Wiedergabequalität hat natürlich auch der Verstärkerteil des RS 440 seinen gebührenden Anteil. Eine Sinusleistung von mehr als 2 x 80 Watt (nach DIN, an 4 Ohm) spricht ebenso für sich wie die Tatsache, daß der Klirrgrad innerhalb eines sehr weiten Frequenzbereichs bis zu Leistungen von etwa 2 x 75 Watt unterhalb 0,1 Prozent bleibt. Die „berühmten" 20 Hz bis 20 kHz werden überaus gleichmäßig (Toleranz weniger als ±1dB) übertragen. Für die hohe Störgeräuschfreiheit der Wiedergabe sorgen die sehr guten Fremdspan-nungsabstände (über 60dB bei Phono magnetisch und gut 85dB bei den Hochpegeleingängen). Mit knapp 2,5mV (in Stellung „High" des rückseitigen Wahlschalters) ist die Phono-Empfindlichkeit nicht sehr groß; ein Wert von 2,0mV sollte hier doch wohl realisierbar sein.

Andererseits ist der Eingang äußerst übersteuerungsfest. Ober das kraftvolle, ausgwogene und transparante Klangbild (auch sehr gute Impulswiedergabe) ... brauchen keine ausführlichen Worte mehr verloren zu werden.
Joachim Stiehr


SETTON RS 220, „kleinerer" Bruder des RS 440, ist ebenfalls seit Ende April (1977) lieferbar. Ungefährer Endverkaufspreis: DM 1698,- - Anmerkung : Von dem RS 440 ist hier aber gar kein Peis genannt.

Alle Fotos: Dynaudio - das ist der Deutschland-Vertrieb in 1977.
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