SONY in den Jahren um 1974
Ein Rückblick in die Zeit um 1974 offenbart eine Menge an Vorurteilen und lancierten Wahrheiten, die wir Hifi-Jünger alle liebend gerne geglaubt hatten.
Die Hifi Zeitschriften und die frühen Hifi-Jahrbücher (ab etwa 1967) hatten Hochkonjunktur, denn soetwas war immer noch selten und edel. Dazu kamen alle Testberichte von angeblich gestandenen Diplomingenieuren und solch einer wollte ich ja (damals) erst noch werden.
Und so wurden mit Anzeigen und Testberichten mehrere Firmen auf bestimmte elitäre Sockel gehoben. Vor allem wurden da (sogenannte unverbindlich empfohlene) Bruttopreise angegeben, die uns die Schuhe ausgezogen haben.
Eine Firma stach aus der Menge der Japaner heraus. Das war SONY mit einer ganzen Palette edler Hifigeräte, die sich von den anderen abhob. SONY hatte gebürstete Aluminium Frontblenden und Knöpfe aus vollem Aluminium und die Geräte waren richtig schwer. Das Design dieser ganzen Produktlinie war dennoch schlicht und vertrauenseinflößend solide.
Die empfohlenene Preise waren natürlich auch überhöht und man konnte da schon etwas heraushandeln. Das Produktspektrum war "Alles in Allem" herausragend.
So verirrten sich zu mir ein SONY STR6120 Receiver, ein TC651 Tonbandgerät und im Laufe der Jahre mehrere CD-Player (CDP 557ES) unterschiedlicher Güte und diese drei DAT Recorder vom Typ DTC 55ES. Als letztes Sony Gerät haben wir vor Kurzem das Spitzenkassettengerät TC KA6ES geschenkt bekommen. Alle Geräte sind aus unterschiedlichen Jahren und haben unterschiedliche Alleinstellungsmerkmale.
Und so wurde das Interesse geweckt.
Natürlich waren die Preisvorstellungen exorbitant übertrieben. Doch das bekamen wir erst viel später raus. Drückten wir unsere Nasen bereits an den Schaufenstern mit den tollen Braun Hifi-Geräten platt, (ein Regie 510 für DM 1998.-) so war Sony mit 3.500.- Mark im Himmel angekommen.
Dazu wurde uns von den Redakteuren dieser Magazine indoktriniert, daß der Preis (und damit der Preisunterschied) "durchaus" die Qualität (-sstufen) wiederspiegele.
Es dauerte aber nicht allzulange, bis wir diesem Irrtum auf die Schliche kamen. Jener SONY Receiver, an dem mein Herz hing, sollte zwar imLaden 3450.- DMark kosten, doch bei unseren "Beschützern" in den amerikanischen Shops war der gleiche europäische 220 Volt Exporttyp für umgerechnet unter 1000.- DMark angepriesen.
Das erschütterte die Grundfesten unserer bisherigen Erfahrungen und unseres Wissens. Wir werden (oder würden) da ganz schön über den Tisch gezogen.
Und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Den Rest kann sich "der geneigte" Leser denken.


