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Er ist groß, der Monster-Receiver

Von Gert Redlich im März 2017 - Und er ist schwer, wie die meisten seiner Monster-Klasse. Die Frontplatte ist schon keine Front-"Blende" mehr, eher eine Panzerung.

Das eigentliche offene Chassis ist eigenstabil, weil es ja nur noch in ein Holzgehäuse reingeschoben wird. Es gibt da keine metallne Haube oder Abdeckung mehr, die bei anderen Geräten erst die wirkliche Verwindungssteifheit macht.

Auch die Querträger, auf denen der Trafo und die Kühlprofile ruhen, sind massiv. Warum sie die Endstufen mit den großen Kühlrippen direkt in die Mitte gelegt haben, bleibt deren Geheimnis. Das ist zwas quasi als Schornstein ausgebildet, doch an den Seiten wären diese Wärmequellen besser aufgehoben.

Die Schalter sind hochwertig, die Potis nur bedingt. Das Vierfach-Lautstärkepoti gibt es so nicht nachzukaufen, wenn es mal kratzen wird. Und 4 x 200 Kilo-Ohm (log) Potis sind sowieso selten und damit sehr teuer.
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Sonnen- und Schattenseiten des größten Receivers

Die große relativ prozzige - fast schon gewaltige - Frontseite des SETTON RS-660 Monster-Receivers kann nicht darüber hinweg täuschen, daß es innen - mit ein paar herausragenden Highlights - ganz konventionell zugeht.

Die Buschtrommel vermutet zwar Pioneer als Hersteller, doch innen sind keinerlei sichere Hinweise auf Pioneer Komponenten zu finden.

Die Technik ist eigentlich hochwertig und liegt über dem Niveau damaliger normaler oder billiger Japan- oder Taiwan- Receiver, doch die Schwächen sind leider nicht zu übersehen.

So werden die Ausgangssignale der sicherlich sehr gut dimensionierten 2 x 100 Watt Endstufen mit dünnen Drähtchen wieder zurück an die Frontplatte geschickt, dort mit einem normalen Drehschalter auf die drei Lautsprecherpaare verteilt und dann wieder nach hinten zu den drei Paar Ausgangsklemmen geleitet.

Das war eigentlich eine nicht mehr zeitgemäße Technik, denn die Eingänge zum Beispiel werden bereits mit einer langen Stange hinten direkt an den Eingangs- Buchsen umgeschaltet. Also das wußte man bereits, daß das enorme Vorteile hatte.
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Die leidigen Entstörkondensatoren am Netzschalter

SETTON hat hier die gleichen Probleme wie Revox (und andere) mit diesen platzenden Folien-Kondensatoren. Und der Setton hat gleich 2 davon. Einer platzt bestimmt zuerst.

Die Netzzuführung und der Netzschalter

Die 230 Volt Netzspanung werden auch in diesem teuren Gerät von der rückseitigen Kaltgerätebuchse bis nach vorne hinter die Frontplatte zu einem zweipoligen gekapselten Netzschalter geführt und dann wieder zurück zum Trafo.

Auch hier gab es bereits deutlich geschicktere Lösungen, denn das Kabelgewirr ist schlimm. Diese einzelnen nicht weiter getrennt isolierten 4 Netz-Leitungen laufen auch direkt ohne Sicherung längere Strecken an diversen NF-Verbindungen entlang und sind von diesen weder isoliert noch geschirmt verlegt.

Das ist - zusammen mit dem restlichen Kabelgewirr an diesem großen Dreh-Schalter - eine Billig-Qualitätsstufe, die ich so nicht erwartet hätte.

Da hilft es auch nichts mehr, daß mehrere Sekundärsicherungen jeden Bereich einzeln absichern und die Netzsicherung in der Rückwand wohnt.

Auch beim Einblick von oben fällt das unordentliche Kablelgewirr auf. Da hatte sich der Entwickler keine besondere Mühe mehr gemacht, denn beim Verkauf dieses Monsters zählt ja erstmal "nur" das martialische Äußere.

Die Probleme kommen ja erst dann zum Vorschein, wenn (nach 40 oder mehr Jahren zum Beispiel) die beiden Folienkondensatoren ausgetauscht werden müssen.
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