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Die Firma Backes & Müller baut überwiegend Lautsprecher

Und auch diese Firma war von Höhen und Tiefen nicht verschont worden. Hier erhalten Sie ein paar Tests und Texte, die mehr über die Firma und deren Produkte aussagen als die die eigenen Werbe-Prospekte.

Die lancierten Legenden und Mythen erinnern an die beiden Infinity Entwickler von 1968, die ja auch in der eigenen Garage neben ihrer Arbeit als Physiker in der Luftfahrbranche einen Super-Lautsprecher entwickelt hatten, die Infinity Servo Static 1.
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"Wie die Gegenkopplung geboren wurde"

Eine Firmen-Geschichte geschrieben 1982 - überarbeitet im März 2017 :
Wolfgang Backes, 31 (in 1982), interessierte sich schon als Schüler vornehmlich für Mathematik, Musik und Physik. Als er nach dem Abitur zu einer Fernmeldeeinheit der Bundeswehr eingezogen wurde, fiel er dem Unteroffizier vom Dienst wegen seltsamer Umstände auf: In seinem Spind stapelten sich Elektronik- Fachzeitschriften, und ständig ließ er sich Pakete mit Transistoren schicken. Der Unteroffizier hieß Friedrich Müller, inzwischen 28 (in 1982), der sich gleichfalls brennend für Physik und Elektronik interessierte.

Gemeinsamer Besuch der Saarbrückener Universität

So kamen die beiden ins Gespräch. Nach dem Wehrdienst trafen sie sich zufällig in der Saarbrückener Universität wieder - Müller, der Physik studierte, besuchte Mathematikvorlesungen, und der Mathematik-Student Backes hockte häufig bei den Physikern.

Die zwei Studenten entwarfen fortan auf der letzten Bank ihre ersten Schaltungen für einen gegengekoppelten Lautsprecher, zu dessen praktischen Bestandteilen ein Tieftöner KEF B 139 und viel Mückendraht gehörte. Mag sein, daß die Viecher vom Ergebnis angetan gewesen wären - für Backes und Müller war es unhaltbar.
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Firmengründung in Saarbrücken 1974

So bauten sie zunächst einen normalen Aktivlautsprecher namens „Monitor 3", danach folgte die Box „Monitor 4", die sich immerhin ein Dutzend Mal verkaufte.

1974 gründeten sie dann die gemeinsame Firma in Saarbrücken. Als Labor benutzten sie den Laderaum eines Renault 4 - es ging zu wie in den Gründerjahren der High Fidelity. Nach 18 Monaten Entwicklungsarbeit war die erste gegengekoppelte Box fertig: die BM 5, bestückt mit vier kleinen Tieftönern. 1978 stellten sie den Nachfolger BM 6 zur Düsseldorfer HiFi-Messe vor; der kleinere Bruder BM 7 (pro Stück knapp 2.000 Mark) und der Vorverstärker BM 9 (rund 1.950 Mark) folgten.
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Umzug nach Homburg an der Saar

Die Firma Backes & Müller war inzwischen nach Homburg an der Saar umgezogen; dort arbeiten 14 Mitarbeiter in der Produktion, während die Firmeninhaber ihre Ideen und Entwicklungen realisieren. Praktisch jedes wichtige Detail der Boxen entstammt der eigenen Fertigung; die Metallmembranen der Mittel- und Hochtöner, die Abtastspulen oder die Elektronik werden komplett im Hause hergestellt.

Referenz ist das Klavier

Wolfgang Backes ist ein exzellenter Klavierspieler; Skeptikern beweist er gern, daß er einen Sinuston von 20.000 Hertz einwandfrei hören kann, wobei er vom BM-Techniker Thomas Keller mit 23 Kilohertz Hörvermögen noch übertroffen wird. Freilich hält er das keineswegs für das Indiz eines guten Gehörs: „Auch ältere Menschen, die es nur auf zehn Kilohertz bringen, können sehr gut zwischen richtigem und falschem Klang unterscheiden."

Lange Zeit, so seine Erfahrung, „wurde dem Mittenbereich eines Lautsprechers viel zu wenig Beachtung geschenkt - alle Entwickler kümmerten sich um die Extreme, nämlich die Höhen und die Bässe". In der Firma betreut er vor allem den Elektronik-Bereich, während Friedrich Müller sich vorrangig um den Lautsprecher- Sektor kümmert.

Elektrostaten können das nicht

Die Forderung, daß ein Lautsprecher eine geringe Masse aufweisen müsse, hält er für ein Vorurteil; wichtiger, so Müller, „ist die Teilschwingungs-Freiheit". Elektrostaten hat er so intensiv untersucht, daß er sich ein Urteil erlauben kann: „Viele bewegen sich so unkontrolliert wie Wasser, in das ein Stein geworfen wird."
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  • Anmerkung : Das ist eine sehr gewagte Behauptung, mit der ein Physiker sehr sorgfältig umgehen sollte. Bei den meisten elektrostatischen Flächenmembranen schwebt eine dünnste metalisierte mechanisch vorgespannt Folie zwischen zwei parallelen Gittern und wird elektrisch vorgespannt und später durch das homogene statische Feld bewegt.


Neben mindestens zwei Dutzend Patenten haben die beiden übrigens ein Hobby gemeinsam : die Privatfliegerei. stereoplay wünscht Hals- und Beinbruch, damit es weiterhin gute Lautsprecher gibt. (aus stereoplay 05/1988)
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